Biotech-Perle Sangamo: Klar unterschätzt und hochspannend

Michel Doepke
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Die neue BeiGene? Biotech-Perle Zai Lab vor Neubewertung

Neben der Krebsimmuntherapie ist das Gene Editing einer der heiß diskutiertesten Biotech-Trends. Einer der AKTIONÄR-Favoriten ist Sangamo. Das Besondere: Nicht die bekannte Gen-Schere CRISPR steht im Mittelpunkt der Entwicklung, sondern die Zink­finger-Nukleasen-(ZFN)-Methode. Zwei Patienten sind bereits in Studien eingeschlossen – erste Sicherheitsdaten können sich sehen lassen.

Im Update der CHAMPIONS-Studie auf dem WORLDSymposium überzeugt Sangamo mit ersten Eckdaten zur Sicherheit der Therapie. Zwar sind bislang lediglich zwei Patienten in die Studie mit Morbus Hunter eingeschlossen. Doch die Meldung ist ein erster Fingerzeig, dass Sangamo auf einem guten Weg ist, mit dem Ansatz Fuß fassen zu können. Ähnlicher Meinung sind auch die Analysten von Wells Fargo: Es sei ein "De-Risking-Event", unverändert lautet die Einschätzung "Outperform" mit einem Kursziel von 30 Dollar (über 50 Prozent Kurspotenzial).

Neue Partner im Anflug?

Anders als die Unternehmen, die an dem CRISPR-Ansatz forschen, hat Sangamo bereits Patienten in der klinischen Überprüfung eingeschlossen. Die Sicherheitsdaten sollten dazu führen, dass sich die Biotech-Perle auch bei anderen großen Pharma- und Biotech-Firmen einen Namen macht. Pfizer und Bioverativ (bald zu Sanofi gehörend) zählen bereits zu den Partnern. Auch Celgene sei an der Technologie interessiert.

Novartis hingegen verfolgt bis dato nicht den Einsatz der Zinkfinger-Methode in der Klinik. "Wir nutzen Zinkfingerproteine als Forschungsinstrument, nicht jedoch ihren therapeutischen Einsatz", so das Unternehmen auf Anfrage des AKTIONÄR. Fakt ist, dass Sangamo mit den ersten Sicherheitsdaten verstärkt auf sich aufmerksam machen wird. Im europäischen Handel legt die Sangamo-Aktie nach dem Update bereits gut sechs Prozent zu. Das spekulative Papier bleibt ein langfristig orientierter Kauf.