Biofrontera: Korrektur nach Mega-Rallye – und jetzt?

Marion Schlegel
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Biofrontera: Korrektur nach Mega-Rallye – und jetzt?

Was für eine Entwicklung seit Ende November: Von rund drei Euro konnte sich die Aktie von Biofrontera bis zuletzt auf über sieben Euro mehr als verdoppeln. Zuvor ist die Geduld der Anleger lange auf die Probe gestellt worden, bis nun endlich der Knoten geplatzt ist. Biofrontera gelang bereits vor einigen Jahren die Marktzulassung in Europa für Ameluz zur Behandlung von milder und moderater aktinischer Keratose im Zusammenspiel mit photodynamischer Therapie. Im Mai 2016 hat die Gesellschaft zudem die Zulassung für Ameluz für den wichtigen US-Markt erhalten und dieses im Oktober 2016 in den Markt eingeführt. Der große Umsatzturbo fiel zwar bislang aus, dieser dürfte jedoch im laufenden Jahr starten. Der Grund: Ab diesem Jahr dürfte die Erstattung in den USA einfacher von Statten gehen. Seit diesem Jahr ist für Ameluz der spezifische „J-Code“ verfügbar, was die Abrechnung für die Ärzte massiv erleichtern wird. Zudem wurde ein neuer dreistufiger CPT-Code für die Abrechnung der PDT eingeführt, der mit einer deutlich verbesserten Vergütung einhergeht. Weitere starke News folgten vor Kurzem aus Europa. Hier hat der Ausschuss für Humanarzneimittel CHMP (Committee for Medicinal Products for Human Use) der Europäischen Zulassungsbehörde EMA ein positives Votum zum von Biofrontera eingereichten Antrag auf Zulassungserweiterung für die Tageslicht-PDT erteilt hat. Die erweiterte Zulassung wird die Behandlung mit Ameluz in Kombination mit photodynamischer Therapie (PDT) bei normalem Tageslicht ermöglichen. Hierbei entfällt die Notwendigkeit der Beleuchtung mit einer speziellen Rotlichtlampe in der Arztpraxis.

Das positive Umfeld nutzt Biofrontera derzeit für eine Kapitalerhöhung. Nach den deutlichen Kurssteigerungen der letzten Zeit wurde die Spanne für den Bezugspreis für junge Aktien im Rahmen der laufenden Kapitalerhöhung angehoben. Hatte man bisher die Preisspanne auf 3,50 Euro bis 4,50 Euro angesetzt, so liegt diese nun bei 4,00 Euro bis 6,00 Euro. Den Bezugspreis will Biofrontera am 9. Februar festlegen. Zudem erklärte Biofrontera: „Wir haben uns neben dem Bezugsangebot an unsere Aktionärinnen und Aktionäre für ein öffentliches Angebot in den USA entschieden, weil unsere geschäftlichen Aktivitäten inzwischen sehr nennenswert in den USA liegen. Von daher halten wir es für einen konsequenten Schritt, auch am US-Kapitalmarkt präsent zu sein und hier neue Anlegerkreise zu erschließen, um in der Folge so auch die Entwicklung unserer Aktien zu befördern. Wir bieten die Neuen Aktien in den USA über so genannte American Depositary Shares („ADS“) an. Ein ADS verbrieft dabei je zwei Aktien der Biofrontera AG. Der Bezugspreis wird auf der Grundlage der in diesem Verfahren erfolgten Interessenbekundungen von US-Investoren unter Berücksichtigung der Marktbedingungen festgelegt.“ Zuletzt hat Biofrontera die Erwartungen an den IPO-Kurs von zunächst 8,80 bis 10,80 Dollar je ADS auf nun 11,00 bis 13,00 Dollar je ADS erhöht.

Nach der starken Rallye zuletzt gibt das Papier zum Wochenstart mehr als fünf Prozent auf 5,86 Euro nach. Noch nicht investierte Anleger sollten sich auf die Lauer legen und die aktuelle Konsolidierungsphase zum Einstieg mit Abstauberlimit nutzen.