Billigeres Kerosin lässt Flugticketpreise sinken

Flüge der ungarischen Wizz gehören zu den preiswertesten in Europa. Foto: Thomas Frey

Frankfurt/Köln (dpa) - Unmittelbar vor Ende des Flugbetriebs bei Air Berlin ist das Fliegen in Deutschland und Europa noch einmal deutlich billiger geworden.

Grund ist neben dem weiter niedrigen Kerosinpreis der verschärfte Wettbewerb zwischen den Billigfluggesellschaften. Das geht aus dem am «Low Cost Monitor» des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervor.

Vor allem die irische Ryanair hat ihr Angebot seit dem Herbst vergangenen Jahres deutlich ausgebaut und bietet inzwischen fast 3000 Verbindungen auf dem Kontinent an. Von gut 9200 untersuchten Strecken in Europa gibt es auf 1200 Verbindungen zwei Anbieter und auf 139 Destinationen sind sogar mindestens drei Gesellschaften unterwegs.

Laut der DLR-Probebuchungen ist der durchschnittliche Ticketpreis für Europaflüge im Sommerflugplan 2017 auf den historischen Tiefstand zwischen 35 und 97 Euro gefallen, nach 40 bis 105 Euro im vergangenen Jahr. Am billigsten waren Flüge demnach bei der ungarischen Wizz (35 Euro) vor Ryanair (45) und Easyjet (52). Der deutsche Marktführer Eurowings, der größere Teile von Air Berlin übernommen hat, verlangt mit 97 Euro am meisten unter den Billiganbietern.

Die Zahl der von Billigfliegern angebotenen Strecken ab Deutschland ist um 14,8 Prozent auf 802 gewachsen, berichtete DLR-Studienleiter Peter Berster in Köln. Neu sind vor allem Flüge nach Spanien, Italien und Griechenland. Allein Eurowings und Ryanair hätten je rund 50 zusätzliche Verbindungen gestartet. Der Anteil der Billiganbieter am gesamten deutschen Flugverkehr betrage 25 Prozent. Nicht berücksichtigt wurden Flüge der seit August insolventen Air Berlin, deren Verschwinden zu weiteren deutlichen Marktveränderungen führen werde. Air Berlin stellt am 27. Oktober den Flugbetrieb ein.