Bill Gross sieht Inflationsanstieg, der Fed zum Umdenken zwingt

Erik Schatzker und Daniela Sirtori-Cortina
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Der ehemalige Rentenmarkt-König Bill Gross lässt auch im Ruhestand nicht vom Investieren. Wieso er Treasury-Futures inzwischen leerverkauft, wie er den Inflationsausblick einschätzt und was er In Bezug auf die Federal Reserve erwartet, verriet der Mitbegründer der heutigen Allianz-Fondstochter Pimco im Gespräch mit Bloomberg TV.

Gross geht davon aus, dass steigende Rohstoffpreise, ein schwächerer Dollar und die auf den Konjunkturhilfen beruhende Nachfrage die Inflation anfachen werden. Angesichts dessen wettet er über Terminkontrakte gegen 10-jährige US-Treasuries. ”Die Inflation liegt derzeit unter 2%, in den nächsten fünf Monaten wird sie jedoch nicht unter 2% liegen”, so der ehemalige Chef des weltgrößten Anleihefonds. “Ich sehe eine Zahl von 3% bis 4% kommen.”

Das Teuerungsmaß der zehnjährigen Breakeven-Inflationsrate erreichte am Dienstag den höchsten Stand seit Januar 2014. Die Rohstoffpreise haben seit der Talsohle vom April letzten Jahres fast 40% zugelegt, wie Gross anmerkte. Er rechnet wie andere auch damit, dass das 1,9 Billionen Dollar (1,6 Billionen Euro) schwere US-Konjunkturpaket das Preisniveau emportreiben wird, wenn das Geld seinen Weg in die Volkswirtschaft findet.

“Es gibt eine Menge aufgestaute Nachfrage”, sagt Gross. Diese aufgestaute Kraft könne freigesetzt werden, wenn sich die Konsumenten dafür entscheiden, “und ich denke, dass sie das bis zu einem gewissen Grad auch tun werden”. Die Benchmark-Anleihen der USA rentieren derzeit bei rund 1,6%. Gross begann seine Wette auf einen Wertverfall der Papiere nach eigenen Angaben, als die Rendite noch rund 35 Basispunkte niedriger war.

Die US-Notenbank wird bei ihrer geldpolitischen Entscheidung am heutigen Mittwoch die Leitzinsen aller Voraussicht nach unverändert lassen. Fed-Chef Jerome Powell hat sich dafür ausgesprochen, Inflationsspitzen zu ignorieren bis die Zentralbank ihre Ziele in Hinblick auf Preisstabilität und Beschäftigung für erfüllt erachtet.

Gross indessen ist sich nicht sicher, ob Powell die dafür notwendige Geduld aufbringen wird. Seit den 1960er Jahren habe die Fed die Inflation nicht mehr absichtlich “heiß” laufen lassen. “Drei bis sechs oder zwölf Monate mit Inflationsraten von 3% bis 4% werden ihn in Bezug auf seine derzeitige Politik innehalten lassen”ihm in Hinblick auf seine gegenwärtige Gangart eine Pause verordnen”, so Gross.

Überschrift des Artikels im Original:Bill Gross Surprises With Short Bets on Treasuries, GameStop (1)

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

Subscribe now to stay ahead with the most trusted business news source.

©2021 Bloomberg L.P.