Bill Gates appelliert an Deutschland: Entwicklungshilfe nicht kürzen

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BERLIN (dpa-AFX) - Der Microsoft <US5949181045>-Gründer und Philanthrop Bill Gates hat an die künftige Bundesregierung appelliert, weiter in Entwicklungshilfe zu investieren. "Ich hoffe, dass der recht kleine Anteil an den Ausgaben nicht zugunsten des Verteidigungs-, Klima-, Infrastruktur- oder Forschungsetats gekürzt wird", sagte Gates im Gespräch mit "Zeit Online" während eines Deutschland-Besuchs. Deutschland habe nach vielen Jahren das Ziel der reichen Länder erreicht, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungshilfe auszugeben. "Ich setze da auf die deutsche Verlässlichkeit."

Gates gründete mit seiner Ex-Frau vor mehr als 20 Jahren die Bill-and-Melinda-Gates-Foundation - inzwischen gilt sie als die größte private Stiftung der Welt. Der Milliardär betonte, dass Philanthropie sich auf Maßnahmen mit großer Wirkung, zum Beispiel die Ausrottung einer Krankheit, konzentrieren solle. Für andere Aufgaben seien die Staaten verantwortlich. "Um ein Gesundheits- oder Bildungssystem zu finanzieren, erhöht man am besten lokal die Steuern", meinte Gates.

Beim Kampf gegen die Corona-Pandemie räumte Gates Versäumnisse der reichen Länder ein. Zwar seien Entwicklungsländer wegen ihres hohen Anteils junger Menschen in der Regel nicht stärker durch Corona gefährdet als die wohlhabenden Gesellschaften. Aber: "Keine junge Person hätte den Impfstoff bekommen sollen, bevor ältere Menschen in Brasilien, Südafrika oder im Rest von Afrika geimpft wurden." Die Patente der Hersteller auf die Impfstoffe verteidigte Gates: "Wir werden Mitte 2022 in Impfstoff schwimmen." Mit der Aussetzung von Patenten würde nur der "Erfindergeist in der Pharmabranche" abgewürgt.

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