Bill Clinton warnt vor Nachlässigkeit beim Kampf gegen Aids

Ex-US-Präsident Clinton bei Aids-Konferenz in Amsterdam

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat vor Nachlässigkeit im Kampf gegen die Ausbreitung des HI-Virus gewarnt. Selbstzufriedenheit und die in manchen Teilen der Welt bestehende "Feindschaft" gegen multinationale Anstrengungen könnten viele Leute zum Ausstieg aus dem Kampf bewegen, sagte Clinton am Freitag vor der 22. Internationalen Aids-Konferenz in Amsterdam. "Beim Kampf gegen Aids darf es keinen Brexit geben", betonte Clinton unter Bezug auf den geplanten EU-Austritt Großbritanniens.

Bei diesem Thema nachzugeben, könnte "katastrophale" Konsequenzen haben, warnte Clinton am letzten Tag der Konferenz, bei der rund 15.000 Experten und Aktivisten über Strategien im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit berieten. Es sei "nahezu sicher", dass es bald HIV-Impfstoffe und Heilmittel geben werde. "Aber noch sind wir nicht so weit. Wir müssen die Stellung halten." Clinton engagiert sich seit Jahren im Kampf gegen Aids.

Nachdem die Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus in den vergangenen zehn Jahren rückläufig gewesen war, stieg sie in einigen Weltgegenden nach Angaben von Aktivisten zuletzt wieder stark an. Zugleich nahmen die öffentliche Aufmerksamkeit und die finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen die Krankheit ab. Seit den ersten bekannten Aids-Fällen Anfang der 80er Jahre starben weltweit 35,4 Millionen Menschen an der Immunschwächekrankheit.