Bilbao setzt auf neue Verkehrskonzepte

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Bilbao ist vor einem Jahr auf die Bremse getreten: Auf allen Straßen der Stadt darf man jetzt höchstens noch 30 Kilometer pro Stunde fahren. Eine radikale Maßnahme für eine Stadt mit mehr als 300.000 Einwohnern. Erste Daten der Umwelt- und Lärmbelastung sowie der Unfallraten zeigen, dass die Maßnahme greift.

Bilbao hat in den vergangenen 30 Jahren einen tiefgreifenden Wandel durchgemacht. Viele Maßnahmen senkten die Umweltbelastungen in der Stadt.

Neben der Fußgängerzone in der gesamten Altstadt und zahlreichen verkehrsberuhigten Straßen im Stadtzentrum, die voller Geschäfte sind, haben sich die lokalen Behörden für die Schaffung eines immer nachhaltigeren öffentlichen Verkehrssystems entschieden, zu dem Straßenbahnen, U-Bahnen sowie Hybrid- und Elektrobusse gehören. Außerdem haben sie ein Netz von Radwegen und Leihfahrrädern eingerichtet, sodass man sich bequem durch die Stadt bewegen kann.

Vor einem Jahr war Bilbao die erste Stadt mit mehr als 300.000 Einwohnern, in der das Tempolimit im gesamten Stadtgebiet von 50 auf 30 Stundenkilometer gesenkt wurde.

"Wir haben jetzt eine bessere Luftqualität, weniger Verschmutzung, weniger Abgase und einen geringeren Lärmpegel", erklärt Alfonso Gil, stellvertretender Bürgermeister und Stadtrat für Mobilität und Nachhaltigkeit. "Wir haben den Lärm in der Stadt um 2 bis 3 Dezibel gesenkt, und es gibt auch weniger Unfälle."

Ausgezeichnet von der Europäischen Kommission

Diese Maßnahmen wurden mit einer großangelegten öffentlichen Sensibilisierungskampagne kombiniert und brachten Bilbao den Urban Road Safety Award ein, eine Auszeichnung, die der Stadt von der Europäischen Kommission während der Europäischen Mobilitätswoche verliehen wurde.

"Dank der Kampagne haben wir die Bewegungsgewohnheiten der Einwohner verändert", meint Alfonos Gil.

Die Maßnahmen betrafen alle - besonders die Taxifahrer. Sie beklagen, dass sie aufgrund der Maßnahmen längere Arbeitszeiten haben. Und es gibt weitere Kritiker, so euronews-Reporter Ricardo Elorza:

"Einige Kritiker protestieren dagegen, dass sie mit 30 Stundenkilometern auf Einbahnstraßen wie dieser fahren müssen, die nicht Wohngebieten liegen. Aber im Moment sind keine Änderungen zu erwarten."

Radargeräte als Kontrollmechanismus

Es wurden bereits mehrere Radargeräte installiert, um zu schnelles Fahren zu ahnden, 29 weitere Geräte sollen noch aufgestellt werden. Man ist entschlossen, die Menschen zum Umdenken zu bewegen, die stellvertretende Bürgermeisterin Amaia Arregi:

"Sie sind für uns ein guter Kontrollmechanismus der Verkehrsgeschwindigkeit. Denn eines ist sicher, wenn man ein Radargerät sieht, wird im Allgemeinen jeder langsamer."

Bilbao war eine der Städte, die von der Europäischen Kommission ausgezeichnet wurden. Neben Grenoble und den deutschen Städten Lilienthal und Mönchengladbach.

Dieser Artikel ist Teil der Mobilitätswoche auf Euronews. Vom 13. bis 17. September 2021 berichten wir über Trends, die die Zukunft der Verkehrssysteme und der persönlichen Art der Fortbewegung bestimmen. Weitere Berichte finden Sie hier.

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