Bikini, Alkohol, Unfälle: So räumt ihr euer Instagram-Profil vor der Bewerbung auf — und diese Möglichkeiten habt ihr

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Ein Personaler kann bei eurer Bewerbung euer Instagram-Profil sehen, wenn es öffentlich ist.
Ein Personaler kann bei eurer Bewerbung euer Instagram-Profil sehen, wenn es öffentlich ist.

Auf der Suche nach einem neuen Job bereiten wir alles für die Bewerbung vor: Der Lebenslauf wird aktualisiert, das Anschreiben angepasst und vielleicht auch das Bewerbungsfoto neu gemacht. Was wir vergessen, ist, dass unsere zukünftigen Arbeitnehmer oft viel mehr von uns erfahren können, als wir ihnen bereitwillig zeigen. Sei es, weil es im Einstellungsprozess Standard ist oder weil die Führungskraft oder Team-Kollegen in spe einfach neugierig sind.

Online finden sie unser Instagram-Profil, unser Twitter-Handle und vielleicht sogar auch noch diesen Blog, den wir mit 15 Jahren über unsere Lieblingsmusiker geführt haben. Das Internet vergisst selten bis nie und Suchmaschinen finden alles, auch wenn wir selbst vielleicht nicht mehr daran denken. Aber ist das jetzt schlimm?

Nicht unbedingt, meint Heiko Hebig. Er ist Partnership Manager bei Instagram und teilt selbst viele private Eindrücke auf der Plattform – sei es von Reisen, Essen oder Bildern mit seiner Partnerin. Zudem nutzt er die Plattform auch als Kommunikationskanal, beruflich und privat. Früher sei er vorsichtiger gewesen, doch mittlerweile gehe er gelassener an die Sache: „Heutzutage haben potenzielle Arbeitgeber durchaus verstanden, dass Menschen mehr sind als Lebewesen, die für Geld arbeiten.“

Trotzdem gibt es Grenzen. Für diejenigen, die die Kommunikation in der Öffentlichkeit des Internets erst noch lernen müssen, hat Instagram Vorkehrungen getroffen. Legen Minderjährige Profile an – vorausgesetzt sie geben ihr korrektes Alter an –, ist dieses standardmäßig privat. Hier muss der Schalter bewusst auf „öffentlich“ umgelegt werden. Für alle anderen hat Heiko Hebig einen Rat: „Man sollte es vermeiden, öffentlich ausfällig zu werden oder andere ,dumme’ Dinge zu tun. Das gilt aber nicht nur für Social Media, sondern für das Leben insgesamt.“

Bei dem, was wir von uns preisgeben, müssen wir nicht speziell nur an Arbeitgeber denken. Uns fremde Menschen können auf unsere Inhalte zugreifen. Deshalb sollten wir uns laut Heiko Hebig vor jedem neuen Post eine Frage stellen: „Möchte ich, dass eine fremde Person, die mich aus einem ganz neuen Kontext heraus auf einer Suchmaschine findet, diese Inhalte sieht? Bei einer Person kann das nun das Bikini-Foto sein, bei einer anderen Person, wie man lernt, Skateboard zu fahren oder dass man mal einen Unfall hatte. Was bin ich bereit, mit fremden Menschen zu teilen? Mit was bin ich komfortabel?“

Frau schaut überrascht auf ihr Handy
Frau schaut überrascht auf ihr Handy

Wenn ihr jetzt euer Profil kritisch betrachtet und feststellt, das ist nicht unbedingt bei jedem Bild und Video der Fall, gibt es drei Möglichkeiten: das Konto privat stellen, den Post archivieren oder ganz löschen. Beim Privatstellen des Kontos haben alle eure aktuellen Follower weiterhin Zugriff auf euer Profil. Besucher eures Profils sehen erst einmal nichts außer eurem Profilfoto und neue Follower müsst ihr erst zulassen. Einzelne Posts könnt ihr außerdem löschen oder archivieren. Beim Löschen verschwindet er komplett, beim Archivieren könnt nur noch ihr selbst ihn sehen.

Wo liegt nun Heiko Hebigs Grenze? Mit einem Schmunzeln verrät er: „Von mir gibt’s kein Bikini-Foto auf Instagram.“

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