Was Big Macs über Währungen aussagen

Der Big Mac ist ein einfacher Indikator für die Kaufkraft einer Währung (Bild: Getty Images)

Ob eine Währung billig oder teuer ist, kann in der Regel ein Indikator dafür sein, wie sich die Devisengeschäfte in der Zukunft in dem jeweiligen Land entwickeln werden. Doch es gibt ein Barometer, das die Kraftunterschiede zwischen den einzelnen Währungsräumen weltweit messen kann: der Big-Mac-Index.

Ein Produkt, das es in über 120 Ländern auf der Welt zu kaufen gibt und das sich besonders gut dafür eignet, einzuschätzen, wie teuer oder billig eine Währung ist, ist der Big Mac von McDonald’s. Schließlich besteht der Burger – mit wenigen Ausnahmen – überall auf der Welt aus den gleichen Zutaten und sollte in einer globalisierten, vom Handel getriebenen Welt nach Umrechnung der Wechselkurse den identischen Preis aufweisen. Dass die Realität auf den Finanzmärkten freilich oft anders aussieht, beweist ein aktueller Vergleich der Währungen in den verschiedenen Ländern.

Das britische Wirtschaftsmagazin “The Economist“ veröffentlichte im Jahr 1986 erstmals den Big-Mac-Index, der von der Redakteurin Pam Woodall entwickelt wurde. Laut der Zeitschrift wird eine Währung momentan als teuer gewertet, wenn der Big-Mac-Preis im betreffenden Land über dem Durchschnittspreis in den Vereinigten Staaten – aktuell 5,28 US-Dollar – kostet. Liegt der Preis unter diesem Wert, wird die Währung als billig betrachtet.

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Der Durchschnittspreis eines Big Macs in der Eurozone beträgt derzeit 3,95 Euro, was nach dem aktuellen Umrechnungskurs 4,84 US-Dollar beträgt. Das bedeutet, dass die Gemeinschaftswährung noch immer um mehr als acht Prozent gegenüber dem Dollar unterbewertet ist. Im Januar 2017 war der Euro zum Dollar noch etwa 16 Prozent unterbewertet. Seit es aber nicht mehr nur mit Deutschland, sondern auch mit anderen Euro-Ländern bergauf geht, hat sich die Stimmung zugunsten des Euro gedreht.

Gemessen mit anderen Währungen, ist der Dollar aber immer noch teuer. Nur in der Schweiz, in Norwegen und in Schweden kostet der Big Mac mehr. Das ist allerdings kein Zeichen für eine Abwertung der Währung. Der Preis eines Burgers hängt auch von nicht handelbaren Gütern, wie z.B. von der Miete und von Gehältern ab, die in den reichen Ländern der EU natürlich höher ausfallen als in den restlichen Staaten.

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Deshalb ist der Preis des Big Macs keineswegs ein Indikator dafür, ob ein Land auf dem Markt der handelbaren Güter wettbewerbsfähig ist. Die norwegische Krone und der Schweizer Franken sind beispielsweise beides teure Währungen, doch auch beide Länder haben einen großen Handelsüberschuss.

Auch andere Währungen wie das britische Pfund, der kanadische Dollar, die tschechische Krone, der polnische Zloty oder der südafrikanische Rand sind in diesem Jahr weit weniger unterbewertet zum Dollar als noch letztes Jahr. Außerdem – und das gab es in der Statistik des Big-Mac-Index noch nie: Der chinesische Yuan, der Fachleuten zufolge von Peking künstlich niedrig gehalten wird, um Preisvorteile auf dem Weltmarkt zu erzielen, ist gegenüber dem Dollar weniger als 40 Prozent unterbewertet.

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