Das bieten Krankenversicherungen für Haustiere


Wenn das Haustier krank wird, dann ist der Gang zum Tierarzt oft unvermeidlich. Das kann schon bei normalen Behandlungen einige Hundert Euro kosten. Noch teurer sind Operationen. Tierkrankenversicherungen sind aber auch nicht billig, darüber müssen sich die Halter im Klaren sein. Daher gilt es, Kosten und Nutzen sorgfältig gegeneinander abzuwägen.

Bei den Beiträgen für eine Tierkrankenversicherung hat die Stiftung Warentest gerade erst neue Zahlen errechnet. Bei Katzen, die nicht älter als fünf Jahre alt sind, kostet die günstigste Krankenversicherung mindestens 130 Euro pro Jahr, so die Experten aus Berlin. Bei manchem Versicherer sind es auch über 300 Euro. Noch teurer sind Hunde. Hier geht es in dieser Altersklasse bei 250 Euro im Jahr los und endet bei fast 500 Euro im Jahr.

Abhängig ist der Beitrag ähnlich wie beim Menschen vom Alter. Senioren werden schlicht häufiger krank, deswegen steigen die Beiträge. Auch die Rasse hat Einfluss auf die Beitragsberechnung. Aber es gibt auch günstigere Varianten als eine Absicherung der vollen Kosten.

Möglich ist, nur die besonders teuren Operationen bei Hund, Katz und Pferd abzudecken. Statt der Krankenvollversicherung wählt der Halter dann eine reine OP-Versicherung. Im günstigsten Fall kommt er dann laut Stiftung Warentest mit 130 Euro für den Hund und rund 100 Euro bei der Katze davon. Allerdings lauern im Dickicht der Vertragsbedingungen auch etliche Fallstricke.

Manche Versicherer schließen Tiere ab einem gewissen Alter von der Krankenversicherung aus. Gerade dann, wenn die Kosten für die Gesundheit des Tieres tendenziell steigen, endet so möglicherweise der Versicherungsschutz. Manche Versicherer verlangen auch ein Mindestalter, um ein Tier aufzunehmen. Auch Impfungen und Kastrationen müssen vielerorts selbst bezahlt werden. Außerdem finden sich häufig Obergrenzen bei der Kostenübernahme sowie satte Selbstbehalte.


Einige OP-Versicherungen schließen nur Teilleistungen ein. Erst im vergangenen Jahr hat ein Fall Schlagzeilen gemacht, bei dem der Halter eines Wolfshundes vor dem Landgericht Heidelberg geklagt hatte, weil nur Teile einer Operation vom Versicherer bezahlt wurden und nicht die neue Hüfte des Hundes. Das Gericht gab der Versicherung recht.

Gerade jetzt in der Urlaubszeit sollten sich Tierhalter auch mit möglichen Krankheitskosten für ihren Liebling bei einem Auslandsaufenthalt befassen. Wer Hund oder Katze mit in den Urlaub nimmt, der kann sich zwar in der Regel auch dort auf den Schutz durch die Tierkrankenversicherung verlassen. Noch mal nachfragen sollte er jedoch bei einer Reise mit Tier in exotischere Länder.

Noch mehr bedenken muss, wer sein Pferd beispielsweise zu einem Turnier ins Ausland bringt. Er braucht eine Transportversicherung. Darin wären dann im schlimmsten Fall auch die Kosten für eine Nottötung bei einem schweren Unfall enthalten. Weil das Geschäft mit Haustieren in den vergangenen Jahren so lukrativ geworden ist, werden auch die Versicherer immer kreativer in der Ausgestaltung ihres Angebots. So finden sich inzwischen auch immer mehr Varianten zur Absicherung von kurzfristigen Risiken.

Gerade bei Pferden ist die Auswahl groß, speziell beim Thema Fortpflanzung. Absichern lassen sich hier die Gefahren bei einer Kastration eines Hengstes ebenso wie Trächtigkeit einer Stute. Aber auch das ungeborene Leben lässt sich mit einer sogenannten „Leibesfrucht-Versicherung“ schützen.

Das Thema Fortpflanzung hält sogar so manche Kuriosität bereit. Denn sollte beispielsweise eine reinrassige Hündin von einem nicht ganz so reinrassigen Hund schwanger werden, dann würde das für den Züchter einen erheblichen Schaden bedeuten. Für den müsste in diesem Fall der Halter des männlichen Hundes aufkommen. Dann würde aber die Haftpflicht und nicht die Krankenversicherung greifen. Vorausgesetzt, der Halter hat sich vorher unter dem Punkt „Deckungserweiterungen“ auch hiergegen abgesichert.