Abpfiff vereitelt Siegtor! Union tobt in Bielefeld

Die Spieler von Union Berlin reklamieren bei Schiedsrichter Tobias Reichel (3.v.r.), den letzten Schuss noch als Treffer anzuerkennen

Union Berlin verliert in der 2. Bundesliga weiter an Boden. 

Zum Abschluss des 21. Spieltages kamen die Köpenicker bei Arminia Bielefeld  nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und blieben auch im fünften Spiel unter Trainer Andre Hofschneider sieglos. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Die mit großen Aufstiegsambitionen in die Saison gestarteten Berliner rutschten in der Tabelle auf Rang zehn ab.

Last-Minute-Treffer aberkannt

In einer turbulenten Nachspielzeit verwehrte der junge Schiedsrichter Tobias Reichel mit dem Abpfiff zu einem unglücklichen Zeitpunkt den Hauptstädtern den Siegtreffer.

Unions Christopher Trimmel brachte in der 95. Minute den Ball in den Strafraum, Arminia-Keeper Stefan Ortega faustete ihn weg. Das Leder landete aber genau vor den Füßen von Steven Skrzybski. In die Schussbewegung des Angreifers hinein ertönte der Abpfiff. Dass der Ball aus 18 Metern den Weg ins Tor fand, spielte keine Rolle mehr. 

Auch wenn die Berliner lauthals protestierten, rückte Reichel nicht von seiner Entscheidung ab: Das Spiel war bereits abgepfiffen. So musste sich Union mit einem 1:1-Remis begnügen.

"Ich freue mich schon, dass der Ball auf meinem Fuß landet, schieße und bin sicher, dass er drin ist. Dann merke ich, dass er nicht zählt", erklärte Skrzybski nach dem Spiel bei Sky. "Das ist natürlich extrem bitter. Solange der Ball in so einem heißen Raum ist, muss man meiner Meinung nach spielen lassen."

Hofschneider: Schiedsrichter macht sich Leben schwer

Sein Trainer Andre Hofschneider befand, Reichel habe sich das Leben selbst schwer gemacht. "Er hat sich unnötig in diese Situation gebracht", sagte er. "Entweder pfeife ich es weit vorher ab, wenn die drei Minuten Nachspielzeit rum sind. Oder ich lasse diese Situation eben bis zum Ende durchlaufen."

Angesichts der letzten Szene konnte Bielefelds Trainer Jeff Saibene mit dem einen Zähler gut leben.

"Der Punkt geht in Ordnung. Wir haben viel mehr für das Spiel gemacht", urteilte er. "In der letzten Sekunde haben wir Glück, dass der Schiedsrichter das Spiel abpfeift.
Es gibt drei Minuten Nachspielzeit. Wieso lässt er fast vier Minuten spielen ohne Grund. Er muss früher abpfeifen. So bringt er sich selbst in die schräge Situation."

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Kerschbaumer trifft sehenswert

Skrzybski (16.) hatte die Berliner mit seinem achten Saisontor auf den ersten Sieg nach zuletzt sieben Partien ohne Dreier hoffen lassen. Doch Konstantin Kerschbaumer (53.) erzielte per Bogenlampe den verdienten Ausgleich. Bielefeld (28 Punkte) bleibt damit auf Rang acht zwei Zähler vor den Hauptstädtern.

Die Hausherren waren vor 13.542 Zuschauern dominant gestartet und spielten sich durch Florian Hartherz (9.) und Andreas Voglsammer (12.) gefährliche Möglichkeiten heraus. Doch zuerst jubeln durfte Union: Nach einer zu kurzen Rückgabe von Florian Dick traf Skrzybski per Heber. 

Das Tor gab Union mehr Sicherheit, doch Bielefeld blieb druckvoll. Kurz vor der Pause schoss Arminias Leandro Putaro den Ball aus drei Metern freistehend über das Tor (42.). (Spielplan/Ergebnisse der 2. Bundesliga)

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie ereignisreich: Zunächst vergab Skrzybski die große Chance zur Vorentscheidung (50.), drei Minuten später traf Kerschbaumer auf der Gegenseite per sehenswertem Volleyschuss aus 20 Metern. Zu einem Punkt reichte das allerdings nur aufgrund des unglücklichen Timings von Schiedsrichter Reichel.