Biden zielt mit Kapitalsteuer-Erhöhung auf die reichsten 0,3%

Laura Davison und Allyson Versprille
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- US-Präsident Joe Biden will die Sonderbehandlung von Amerikas Superreichen im Steuerrecht beenden, um sein weitreichendes Sozialprogramm und Investitionen zu finanzieren. Er dürfte damit auf massiven Widerstand im Kongress stoßen.

Im Zentrum steht informierten Kreisen zufolge der Plan, den Steuersatz für die Kapitalertragssteuer für Vermögende auf 39,6% fast zu verdoppeln. Betreffen würde der Höchstsatz jene 0,32 der US-Steuerzahler, die mehr als 1 Million Dollar (830.000 Euro) verdienen. In Verbindung mit einer bestehenden Sonderabgabe für das Gesundheitsprogramm Obamacare würde die Quote auf bis zu 43,4% ansteigen.

Der Vorschlag würde die seit langem bestehende Praxis des US-Steuerrechts umkehren, die Renditen auf Investments niedriger zu besteuern als Arbeit. Biden hatte im Wahlkampf für die Angleichung der Kapitalertrags- und Einkommenssteuersätze für Wohlhabende geworben und argumentiert, es sei unfair, dass viele von ihnen niedrigere Sätze zahlten als Arbeitnehmer aus der Mittelschicht.

Die steigenden Aktien- und Immobilienpreise im Jahr der Pandemie haben das Team noch in diesem Ziel bestärkt. Sie hoffen nun, dass es sich als populär genug erweist um den Kongress zu passieren, wo Biden die Stimme jedes einzelnen demokratischen Senators braucht und auch im Repräsentatenhaus nicht viele verlieren darf.

Am Aktienmarkt führte die Nachricht zu den höchsten Verlusten seit mehr als einen Monat. Der S&P 500 Index schloss an der Wall Street 0,9% niedriger. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries fiel auf 1,54% von einem Tageshoch von 1,59% vor der Bloomberg-Meldung.

“Wenn bei einer wirklich signifikanten Erhöhung von Kapitalertragssteuern nicht mehr passiert als dass die Aktien um 1% sinken, dann gibt’s offenbar kein großes Problem”, sagte Ökonomie-Nobelpreisträger Paul Krugman im Interview mit Bloomberg TV. “Biden hat einen ambitionierten Plan”, und den zu finanzieren “wird ohne einige signifikante Steuererhöhungen nicht zu machen sein”, fügte Krugman hinzu.

Der neue Spitzensteuersatz wäre den Angaben zufolge eine Erhöhung des derzeitigen Basissatzes von 20%. Eine 3,8%-ige Steuer auf Kapitalerträge, die Obamacare finanziert, würde den Plänen zufolge beibehalten. Dadurch würde die Steuerbelastung von Erträgen aus Finanzanlagen höher ausfallen als die Sätze auf einige Lohn- und Gehaltseinkommen.

Überschrift des Artikels im Original:Biden Eyeing Tax Rate as High as 43.4% in Next Economic Package

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