Biathlon-Star Koukalova wird bedroht

Die Tschechin Gabriela Koukalova fordert den Ausschluss russischer Athleten bei Olympia

Die tschechische Biathlon-Weltmeisterin Gabriela Koukalova sieht sich aufgrund ihrer Forderung nach einem russischen Komplett-Ausschluss von den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) eindeutigen Drohungen ausgesetzt. Dies legen zumindest Kommentare auf ihrer Facebook-Seite nahe, auf der sie zuvor ihre Meinung kundgetan hatte.

"Russland wird dich beim Weltcup in Tjumen erwarten", schrieb ein Nutzer. In einem weiteren Kommentar wurde die 28-Jährige als Hure und Faschistin bezeichnet, sie habe nun "Hunderte Millionen Feinde" und müsse "überall sehr, sehr vorsichtig sein".


IOC schließt 22 Russen aus

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am Mittwoch drei weitere Russen lebenslang für Olympia gesperrt, die Zahl der vom IOC ausgeschlossenen Athleten stieg damit auf 22. Am Dienstag wird auf Grundlage der Ergebnisse einer Untersuchungsgruppe die Frage beantwortet, inwieweit russische Politiker und Behörden an dem Betrugssystem bei den Spielen 2014 in Sotschi beteiligt waren und ob das Riesenreich vom IOC komplett von den Winterspielen ausgeschlossen wird.

Der ehemalige Biathlon-Weltmeister Erik Lesser jedenfalls hofft auf "eine ordentliche Strafe", auch wenn er sich einen Ausschluss aller russischer Wintersportler nicht vorstellen kann. "Es wäre schon schwer, jemanden zu sperren, bei dem man keine positive Dopingprobe vorliegen hat. Rein juristisch wird das nicht ganz haltbar sein", mutmaßte der 29-Jährige, der betonte, "dass die komplette Sportgemeinschaft in Sotschi beschissen wurde".

Fourcade rudert leicht zurück 

Wie gespalten das Biathlon-Lager ist, verdeutlicht die Meinung des sechsmaligen Gesamtweltcup-Siegers Martin Fourcade. Der Franzose gilt als ein Vorkämpfer gegen Doping, war in der Vorsaison der Wortführer der Skijäger, die sogar einen Weltcup-Boykott in Betracht gezogen hatten.

Nun sagte Fourcade der französischen Nachrichtenagentur AFP aber: "Wenn es bewiesen ist, dass es institutionelles Doping gab und dass alle Sportler in Sotschi (bei den Winterspielen 2014/d.Red.) davon profitiert haben, sollten diese Athleten nicht nach Pyeongchang fahren. Sind es nur wenige, dann müssen wir diese Individuen bestrafen und nicht die gesamte russische Nation."