Biathlon: Hildebrand stiehlt Dahlmeier die Show

Die Nachwehen eines Infekts und die letzten Ausläufer des Sturmtiefs "Burglind" brachten Biathlonkönigin Laura Dahlmeier beim Heimweltcup um ein Topresultat, dafür bejubelte Franziska Hildebrand ihr bestes Saisonergebnis.

Die Nachwehen eines Infekts und die letzten Ausläufer des Sturmtiefs "Burglind" brachten Biathlonkönigin Laura Dahlmeier beim Heimweltcup um ein Topresultat, dafür bejubelte Franziska Hildebrand ihr bestes Saisonergebnis.

Der erste Gang nach einem kräftezehrenden Rennen führte Laura Dahlmeier zum Taschentuch. Dann schlüpfte die Biathlon-Königin in ihre dicke Daunenjacke, grüßte kurz ins Oberhofer Publikum und verschwand ganz schnell im Warmen.

Nachdem ein Infekt Dahlmeier über Weihnachten ausgebremst hatte, verpasste sie zum Auftakt des Heimweltcups als 13. im Sprint eine Top-Platzierung. Jubeln durfte hingegen Franziska Hildebrand, die als Vierte ihr bestes Saisonresultat verbuchte.

"Es war nicht ganz so ruhig über Weihnachten, das hat einiges an Zeit gekostet. Als Sportler ist man daher schon ein bisschen anfälliger, das kann mal passieren", sagte Dahlmeier mit Blick auf ihren Infekt. Den durchwachsenen Start ins Olympia-Jahr wollte sie aber "nicht darauf schieben. Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen", sagte die siebenmalige Weltmeisterin, die keineswegs enttäuscht war: "Es lief recht gut, ich bin sehr zufrieden."

Mit einem deutlich breiteren Strahlen auf dem Gesicht lief aber Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) durch die stimmungsvolle Oberhofer Arena. Sie erlaubte sich nur einen Schießfehler, auf das Podest fehlten der Staffel-Weltmeisterin nur 6,9 Sekunden.

"Ich hatte Glück am Schießstand", sagte Hildebrand: "Wenn man da das Fünkchen Glück hatte, dass man da eine windstille Phase erwischt, dann konnte man ein gutes Rennen machen."

Schwierige Bedingungen in Oberhof

Fast schon traditionell waren die Bedingungen in Oberhof auch diesmal schwierig. Die letzten Ausläufer von Sturmtief "Burglind" sorgten am Schießstand mit schnell wechselnden Winden für Probleme.

Dazu kam der durch Nieselregen aufgeweichte, tiefe Schnee, der Dahlmeier und Hildebrand mit den hohen Startnummern 47 und 50 zusätzlich Kräfte kostete.

"Das ist typisch Oberhof. Man versucht schon zu Hause, sich darauf einzustellen, dass es schwierige Bedingungen sind. Nicht nur am Schießstand, sondern auch auf der Strecke", sagte Dahlmeier, die am Ende mit zwei Schießfehlern 1:20,3 Minuten hinter der einmal mehr überragenden Siegerin Anastasiya Kuzmina lag: "Es war teilweise schwer zu fahren, es waren schon starke Schläge drin."

Mit ihrem bereits dritten Erfolg des Winters unterstrich derweil die Slowakin Kuzmina ihre Ambitionen zumindest auf den Sprintsieg bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar).

Die gebürtige Russin, die 2010 und 2014 Sprint-Gold gewonnen hatte, verwies trotz eines Schießfehlers Kaisa Mäkäräinen (Finnland/+35,4 Sekunden) und Veronika Vitkova (Tschechien/+40,1) auf die Plätze.

"Die hatte ja schon vor Weihnachten eine unglaubliche Form, und die hat sie auch jetzt wieder gezeigt. Respekt", erkannte Hildebrand deren Leistung an: "Es ist Olympia-Jahr und Frau Kuzmina ist mal wieder da." Auch für das Jagdrennen am Samstag (12.15 Uhr/ARD und Eurosport) liegt die Favoritenrolle bei der formstarken Gesamtweltcup-Führenden. Trotz 47,0 Sekunden Rückstand gab Hildebrand die Marschroute klar vor: "Angriff!"

Mit einem guten Gefühl darf dann auch Franziska Preuß (Haag/1), die als Zwölfte und damit zweitbeste Deutsche die halbe Olympia-Norm erfüllte, ins Rennen gehen. "Die Erleichterung ist groß, das tut mega gut für den Kopf", sagte sie.