Biathlon: Herrmann gewinnt Sprint in Östersund

Denise Herrmann sprang jubelnd auf das Podest mit der Nummer eins, dort hüpfte sie mit einem breiten Grinsen immer wieder auf und ab: Nur ein Jahr nach ihrem Wechsel ins Biathlon-Lager feierte die 28-Jährige in Östersund ausgelassen ihren ersten Weltcup-Sieg - mit dem sie zweieinhalb Monate vor den Olympischen Spielen gleichzeitig ein riesiges Ausrufezeichen setzte.

Denise Herrmann sprang jubelnd auf das Podest mit der Nummer eins, dort hüpfte sie mit einem breiten Grinsen immer wieder auf und ab: Nur ein Jahr nach ihrem Wechsel ins Biathlon-Lager feierte die 28-Jährige in Östersund ausgelassen ihren ersten Weltcup-Sieg - mit dem sie zweieinhalb Monate vor den Olympischen Spielen gleichzeitig ein riesiges Ausrufezeichen setzte.

"Es ist einfach unglaublich. Ich wusste, dass ich gut drauf bin und habe damit geliebäugelt. Jetzt ist es Realität", sagte Herrmann, die nach der Siegerehrung mit einem Blumenstrauß in der Hand im Zielbereich die Gratulationen von Teamkolleginnen und Rivalinnen annahm. Das Lächeln wich trotz Eiseskälte nicht aus ihrem Gesicht - und das war kein Zufall.

Schließlich hatte Herrmann im Sprint über 7,5 km zuvor trotz eines Schießfehlers dank einer furiosen Laufleistung gesiegt und sich als hervorragender Ersatz für die erkrankte Biathlon-Königin Laura Dahlmeier erwiesen.

Für Herrmann war es die mit Abstand beste Weltcup-Platzierung ihrer noch jungen Biathlon-Karriere. "Ich bin begeistert. Es ist erstaunlich, wie schnell sie in der Weltspitze angekommen ist. Sie ist ein Kämpfertyp. Sie kann sich sehr gut fokussieren", lobte Bundestrainer Gerald Hönig seine Läuferin.

Bislang waren zwei 18. Plätze die besten Resultate der ehemaligen Langläuferin gewesen. Herrmann, die sich so nebenbei ihr Ticket für Olympia sicherte, siegte mit 15,2 Sekunden Vorsprung vor der Französin Justine Braisaz und vor Julija Dschyma aus der Ukraine (19,6 Sekunden zurück).

Hildebrand landet auf Rang zehn

Staffel-Weltmeisterin Franziska Hildebrand auf Rang zehn kann ebenfalls für Olympia planen, Vanessa Hinz schaffte als 14. die halbe Norm.

Maren Hammerschmidt vergab mit zwei Schießfehlern eine bessere Platzierung und landete auf Rang 16. Franziska Preuß kam nicht in die Weltcup-Ränge, ebenso wie Karolin Horchler.

Herrmann war schon mit hohen Erwartungen an den Start gegangen. Sie sei "gut in Schuss", hatte sie nach dem ordentlichen Einzel am Mittwoch erklärt.

Herrmann dominierte schon die deutschen Meisterschaften

Die ehemalige Langläuferin legte im Klassiker über 15 km schon die beste Zeit vor. Aber nicht nur deshalb war die Zuversicht vor dem Sprint groß.

Ihre besten Weltcup-Resultate hatte die 28-Jährige im kürzesten Rennen der Szene verbucht.

Bei den deutschen Meisterschaften im September gewann Herrmann neben Massenstart und Verfolgung auch den Sprint, zuletzt fuhr sie in dieser Disziplin auch im zweitklassigen IBU-Cup einen Erfolg ein.

Schempp soll's bei den Männern richten

Trotz eines enttäuschenden Einzels gehen am Samstag (14.45 Uhr im LIVETICKER) die Männer sehr ambitioniert in ihr Sprintrennen über 10 km.

Neben der deutschen Nummer eins Simon Schempp macht sich vor allem Benedikt Doll große Hoffnungen auf eine gute Platzierung.

Der 27-Jährige hatte im Februar bei der WM in Hochfilzen im Sprint triumphiert. Bei den Frauen steht am Sonntag die Verfolgung auf dem Programm.

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