Biathlon: Deutsche Biathleten enttäuschen - aber Schempp ist "erstmal zufrieden"

Nach dem Kaltstart im eisigen Östersund verblüffte Simon Schempp mit einer ziemlich überraschenden Einschätzung. "Ich bin erstmal zufrieden", sagte der 29-Jährige - mit seinem 16. Platz im Einzel konnte er den schlechtesten Saisonauftakt der deutschen Biathleten seit zwölf Jahren aber auch nicht verhindern.

Nach dem Kaltstart im eisigen Östersund verblüffte Simon Schempp mit einer ziemlich überraschenden Einschätzung. "Ich bin erstmal zufrieden", sagte der 29-Jährige - mit seinem 16. Platz im Einzel konnte er den schlechtesten Saisonauftakt der deutschen Biathleten seit zwölf Jahren aber auch nicht verhindern.

Doch den ehrgeizigen Massenstart-Weltmeister kümmerte das nur wenig, "für den Anfang", betonte Schempp, "ist das okay."

Vielleicht hatte auch die Vergangenheit den DSV-Athleten Bescheidenheit gelehrt. Denn der Klassiker über 20 km, das längste und kräftezehrendste Rennen im Biathlon, ist die deutsche Problemdisziplin schlechthin.

Der letzte Sieg eines DSV-Athleten, Michael Greis hatte diesen errungen, liegt nun schon zehn Jahre zurück - in keiner anderen Disziplin ist die Durststrecke derart lang.

Und auch am Donnerstag fehlten zum Ende der Sieglos-Serie Welten. Schempp lag bei Temperaturen um die minus fünf Grad Celsius satte 3:28,2 Minuten hinter dem Norweger Johannes Thingnes Boe, der mit seinen berüchtigten Harakiri-Einlagen am Schießstand und einer überzeugenden Laufleistung sogar den französischen Dominator Martin Fourcade klar auf den dritten Platz verwies. Zweiter wurde dessen Landsmann Quentin Fillon Maillet.

Fourcade wollte zu viel

"So einen Vorsprung erträumt man sich vor dem Rennen bestimmt nicht. Ich habe einfach so hart wie möglich gearbeitet", sagte Boe, der nun in jeder Disziplin mindestens einen Weltcup-Sieg hat. Fourcade ärgerte sich indes über die Fehler beim letzten Anschlag: "Ich wollte beim letzten Schießen zu viel. Es war nicht das, was ich erwartet hatte, aber es war ein ganz guter Start", sagte der erfolgsverwöhnte Fourcade, der in der Loipe die Bestzeit gesetzt hatte, im ZDF.

Schempp lief an diesem Tag in einer anderen, schlechteren Liga. Er akzeptierte die Kräfteverhältnisse und blickte lieber auf die wenigen positiven Aspekte.

"Zwei Schießfehler im Einzel sind okay. Läuferisch war ich auch zufrieden, auch wenn es noch etwas Luft nach oben gibt", sagte der Uhinger, der im Östersund-Einzel bereits zweimal das Podest erklommen, aber auch schon deutlich herbere Enttäuschungen wie den 46. Platz im Vorjahr erlebt hatte.

Erik Lesser auf Platz 17 zweitbester Deutscher

Zweitbester Deutscher war Erik Lesser als 17.. Der 29-Jährige, Olympia-Zweiter von Sotschi, vergab mit zwei Fehlern beim letzten Schießen eine wesentlich bessere Platzierung.

Sprint-Weltmeister Benedikt Doll nach vier Schießfehlern und Arnd Peiffer blieben weit hinter den Erwartungen. Auch Johannes Kühn und Philipp Nawrath, die ihren Startplatz über den zweitklassigen IBU-Cup erkämpft hatten, konnten sich nicht nachhaltig empfehlen.

Besser als im Einzel wollen die deutschen Frauen am Freitag im Sprint abschneiden. In Abwesenheit der siebenmaligen Weltmeisterin Laura Dahlmeier hatte Franziska Hildebrand als beste Deutsche am Mittwoch den 13. Rang belegt und damit immerhin die halbe Olympia-Norm erfüllt. Eher zu rechnen ist aber mit der ehemaligen Langläuferin Denise Herrmann.

"Ich weiß, dass ich gut in Schuss bin", sagte die 28-Jährige, die bei ihrem 23. Platz im Einzel die schnellste Laufzeit erreicht hatte. In der Vorwoche hatte die Umsteigerin im zweitklassigen IBU-Cup im Sprint triumphiert.

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