Biathlet Rösch im ZDF-Studio zu Tränen gerührt

Michael Rösch fuhr einst für den DSV, dann folgte der tiefe Sturz. Nun ist er mit Belgien zurück bei den Winterspielen und wurde im ZDF zu Tränen gerührt.

Michael Rösch wechselte in das Olympiateam Belgiens. (Bild: Getty Images)

Rösch war mit 22 Jahren an der Spitze: 2006 gewann er in Turin Gold und schien eine der größten Wintersport-Hoffnungen Deutschlands zu sein. Zwölf Jahre später ist der geborene Sachse zurück.

Die Nationalfarben haben sich nicht geändert, wohl aber das Land. Rösch hat nach schwierigen Jahren von Deutschland zu Belgien gewechselt, der Biathlet repräsentiert in Pyeongchang den deutschen Nachbarn.


Rösch verlor Status und Haus

2012 entschied sich Rösch für Belgien, die Einbürgerung dauerte bis 2014. Schwierige Jahre, plagte sich der heute 34-Jährige doch nach seinem Triumph bei Olympia mit Verletzungen und Geldsorgen.

Er verkaufte sein Haus und zog wieder bei seinen Eltern ein. Nach schlechten Platzierungen schob ihn der DSV im Ranking weit zurück und verzichtete in Vancouver komplett auf seine Dienste.


“Mein Kopf ist frei”

“Mein ganzes Umfeld ist neustrukturiert, mein Kopf ist frei. Ich kann mich wirklich auf mein Zeug konzentrieren”, sagte er nun gegenüber dem ZDF. Der Wechsel nach Belgien hat sich für Rösch ausgezahlt.

Im Dezember 2016 sicherte er sich den sechsten Platz in der Verfolgung, die zweiten olympischen Spiele konnten dank einer Crowdfunding-Kampagne bezahlt werden. Er ist wieder da – und musste beim Anblick eines vom ZDF erstellen Rückblicks manche Träne verdrücken.


“Habe viel Lehrgeld bezahlt”

“Ich habe Tränen in den Augen, wenn ich daran denke, dass ich hier bin”, sagte Rösch, der sich immer wieder durch das Gesicht wischte. Er stellt inzwischen fest: Ich bin meinen Weg gegangen, habe aber viel Lehrgeld bezahlt. Die Fehler lagen aber immer auf meiner Seite, das weiß ich jetzt.“

Einen Streit mit dem DSV dementierte er. Trotz dem Wechsel nach Belgien ist alles gut zwischen Deutschland und Rösch. Obendrein haben die Belgier andere Trümpfe in der Hand: “Die haben die besten Fritten, die beste Schokolade und das beste Bier.“

Aus sportlicher Sicht stellt Rösch keine großen Ansprüche: “Es waren ja keine Monate oder Wochen, sondern zwölf Jahre, die ich auf diesen Moment warten musste. Ich genieße es einfach, und bin am Ende nur stolz, wieder am Start zu sein.“