BGH verbessert Haftungsschutz bei Flugreisen

Einer Flugreise sind auch das Ein- und das Aussteigen zuzurechnen. Wie am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschied, können Fluglinien daher auch für Unfälle haften, die dabei geschehen. (Az: X ZR 30/15)

Der Kläger wollte im Februar 2013 mit seiner Ehefrau von Düsseldorf nach Hamburg fliegen. Nach seinen Angaben rutschte er beim Einsteigen auf einer feuchten Stelle in der Fluggastbrücke aus. Diese war vermutlich durch Kondenswasser entstanden. Von der Fluglinie verlangte der Mann Schadenersatz und ein Schmerzensgeld.

Landgericht und Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hatten die Klage noch abgewiesen. Nach den internationalen Verträgen und Gepflogenheiten des Luftverkehrs hafteten Fluggesellschaften nur für "typische Risiken des Luftverkehrs", nicht aber für Ereignisse, die auch bei anderer Gelegenheit vorkommen können.

Wie nun der BGH entschied, geht die Haftung jedoch darüber hinaus. Sie umfasse "spezifische Gefahren während einer Luftbeförderung". Dazu gehörten auch das Ein- und Aussteigen.

In einer Fluggastbrücke gebe es konstruktionsbedingt keinen Handlauf, es könne durch Temperaturunterschiede aber zur Bildung von Kondenswasser kommen. Dies gehöre zu den "spezifischen Risiken, vor denen die gesetzliche angeordnete Gefährdungshaftung den Reisenden schützen soll", urteilte der BGH.

Ob danach im konkreten Fall dem Fluggast eine Entschädigung zusteht und wie hoch diese dann wäre, muss nun das Oberlandesgericht klären.