Bezirksvertretung lehnt Antrag ab: Keine Straßenlaternen für den Rather Kirchweg

Ein FDP-Bezirksvertreter hält den Weg für einen Angstraum für Fußgänger.

Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Diese Erfahrung musste FDP-Bezirksvertreter Fardad Hooghoughi in der Kalker Bezirksvertretung machen. „Ich wurde von den Kollegen richtig abgewatscht. Da muss ich erst einmal durch.“ Er hatte beantragt, dass der Rather Kirchweg, der Rath-Heumar, Brück und Neubrück berührt, künftig auf der ganzen Länge beleuchtet werden soll. Letztlich blieb Hooghoughi dann auch der Einzige, der dafür stimmte.

Brücker Schützen ermutigten ihn zum Antrag

Zunächst hatte er für den Brück-Rather Steinweg, von der Einmündung in den Rather Kirchweg bis hin zur Rösrather Straße, eine Beleuchtung gefordert, aber diesen Vorschlag dann zu Beginn der Diskussion gleich wieder zurückgezogen. Für den Rather Kirchweg hätte er schon gerne Laternen gehabt, zumal die Brücker Schützen, die dort ihr Vereinsheim haben, ihn zu dem Antrag ermuntert hatten.

Diese Straße sei „nicht nur eine beliebte Jogging- und Spazierstrecke für Bürger aus dem gesamten Stadtbezirk, er ist auch eine vielgenutzte Abkürzung für den Straßenverkehr zwischen Rath-Heumar, Brück und Neubrück.“ Doch genau diese Durchfahrten seien, so musste er sich von den Kollegen belehren lassen, gar nicht erlaubt.

Ein Angstraum für Fußgänger

„Die Straße ist nur als Zufahrt zum Friedhof Lehmbacher Weg freigegeben“, sagte der CDU-Fraktions-Chef Jürgen Schuiszill. „Zudem können Fußgänger und Radfahrer diese Straße in weiten Bereichen getrennt von den Autos nutzen.“ Auch Heinz Peter Fischer von den Linken lehnte Laternen ab, „nur weil vier Schützenbrüder nach ein paar Bier auf dem Heimweg nicht mehr wissen, wo die Fahrbahn und wo der Fußweg ist“.

Auch die weiteren Argumente Hooghoughis, dass „durch die Bäume des anliegenden Naturschutzgebietes rund um den Rather See die Sicht in den Abend- und Nachtstunden stark beeinträchtigt sei“ und somit „abends auch ein Angstraum für Fußgänger und schlecht beleuchtete Fahrradfahrer“ entstehe, wollten die Politiker so nicht durchgehen lassen. Während nach Ansicht der SPD, die sich bei der anschließenden Abstimmung der Stimme enthielt, eine Beleuchtung rund um das künftige Naherholungsgebiet, so deren Vertreter Marcel Hagedorn, „durchaus Sinn mache“, setzten CDU, Grüne und Linke auf strikte Ablehnung.

Grünflächen sollen nicht beleuchtet werden

„Grünflächen sollten im gesamten Stadtgebiet grundsätzlich nicht beleuchtet werden“, sagte Daniel Bauer-Dahm, der Fraktionsvorsitzende der Grünen. Wer abends im Dunklen spazieren gehen wolle, könne ja eine Taschenlampe mitnehmen und „schlecht beleuchtete Fahrräder seien zwar eine Realität, aber gleichzeitig auch eine Ordnungswidrigkeit.“ Linken-Vertreter Fischer verwies auf die entstehende „Lichtverschmutzung“ und bescheinigte dem FDP-Kollegen und dessen Partei, „von Umwelt und Umweltschutz keine Ahnung zu haben“.

Für die Stadtverwaltung rechnete Bernd Rothe von Amt für Straßen und Verkehr den Bezirksvertretern vor, was eine Umsetzung des Antrages kosten würde. „Nach Aussagen der Rhein-Energie liegen entlang des Rather Kirchweges bislang keinerlei Stromkabel. Die müssten für die anvisierten 41 Straßenlaternen erst verlegt werden. Für die Anschaffung und die Tiefbauarbeiten sei mit Kosten von 250.000 Euro zu rechen – ohne Mehrwertsteuer.“ Solch eine Summe sollte nach dem Mehrheitsbeschluss der Bezirksvertretung dann doch vernünftiger angelegt und ausgegeben werden....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta