Bezirksordnungsamt: Gelbe Zettel werden geklaut

Manchmal hat die Stadtverwaltung es schwer mit den Bürgern. Da versucht sie einigen zu helfen - und wird prompt von anderen daran gehindert. Fahrradleichen, also alte Räder, die nicht mehr verkehrstauglich von ihrem Besitzer verlassen vor sich hin rosten, sind von vielen Anwohnern nicht gerne gesehen. Nicht nur, weil sie kein besonders hübscher Anblick sind, sondern vor allem weil sie oft Abstellplätze für andere Räder blockieren.

Einige Menschen, wie auch die Mitglieder der Bürgerinitiative Wir in Sülz/Klettenberg (WISK), haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Schrottgestelle und ihre Standorte zu notieren und dem Bezirksordnungsamt zu melden Wenn die Mitarbeiter des Amtes von den Fahrradleichen erfahren oder selbst welche entdecken, kleben sie einen gelben Zettel daran, der die Besitzer darauf hinweist, dass sie das jeweilige Schrottrad abholen und reparieren müssen. Wenn sie das nicht tun, wird das markierte Rad nach vier Wochen von den AWB entsorgt - und der Parkraum ist von dem sperrigen Metallschrott befreit.

Doch ausgerechnet in den Vierteln Sülz, Klettenberg und Lindenthal, wo sich viele Anwohner darum bemühen, dass der Schrott entfernt wird und Parkplätze für intakte Räder frei sind, hat sich ein Mitbürger darauf verlegt, die gelben Zettel wieder von den Gefährten zu entfernen, wie das Bezirksordnungsamt mitteilt. "Wir haben einen bestimmten Bewohner in Verdacht", schildert Steffen Wagener, stellvertretender Leiter des Bürgeramts von Lindenthal. "Er beschwert sich immer wieder, dass gelbe Zettel an Rädern kleben, weil sie angeblich ihm gehörten. Aber so viele Fahrräder kann er gar nicht besitzen."

Ob es sich bei den Taten um ein seltsames Hobby handelt, die Folgen einer Zwangsneurose, eine Blockade von Radparkplätzen oder schlicht ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Ordnungskräften, ist den Mitarbeitern der Verwaltung nicht klar. Das Amt will jedenfalls jetzt prüfen, ob das Entfernen der Zettel den Straftatbestand der Urkundenunterdrückung erfüllt....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta