Bezieher von Arbeitslosengeld I sind häufig von Armut bedroht

In der Union wird eine immer stärkere Senkung des Arbeitslosenbeitrags gefordert. Der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, sprach sich für eine Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung um bis zu 0,7 Prozentpunkte aus

Die Bezieher von Arbeitslosengeld I sind häufig von Armut bedroht. Das ist das Ergebnis einer von Linken-Chefin Katja Kipping bei der Arbeitsagentur abgefragten Statistik, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag. Die durchschnittliche monatliche Anspruchshöhe lag im vergangenen Jahr demnach bei 932 Euro. Bei Männern waren es durchschnittlich 1049 Euro, bei Frauen nur 788 Euro.

Die Armutsrisikogrenze liegt nach Angaben Kippings je nach Berechnungsmethode zwischen 1064 und 1189 Euro. "Das Arbeitslosengeld I liegt im Durchschnitt über 150 Euro unter der Armutsrisikogrenze, bei Frauen sogar über 300 Euro", sagte Kipping zu AFP. "Die Arbeitslosenversicherung schützt nicht einmal vor Armut." Insbesondere Frauen seien betroffen. "Das ist Ausdruck einer verfehlten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Es bedarf höherer Löhne."

Die Linken-Chefin verwies darauf, dass rund 16 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland Niedriglöhne bezögen. Sie verdienten bis etwa 2000 Euro brutto, ein Drittel verdiene durchschnittlich 3000 Euro brutto. Diesen Menschen drohe bei Jobverlust Armut.

Das Arbeitslosengeld I ist eine Versicherungsleistung, die in der Regel bei 60 Prozent des Einkommens liegt. Je nach Anspruchsberechtigung wird es zwischen sechs und 24 Monaten gezahlt. 2017 lag die Zahl der Bezieher bei durchschnittlich 745.000.