Bezahlen binnen Sekunden kommt in Europa nur langsam voran

FRANKFURT/BRÜSSEL (dpa-AFX) -Seit fünf Jahren ist es in Europa technisch möglich, Geld binnen Sekunden von A nach B zu überweisen. Doch die meisten Kunden nutzen solche Echtzeitzahlungen nicht, weil sie diese extra bezahlen müssen. Das will die EU-Kommission nun ändern. Dass Brüssel Banken und Sparkassen Vorgaben für die Bepreisung sogenannter Instant Payments machen will, um diese Zahlungsmethode voranzubringen, kommt bei Deutschlands Bankenverbänden nicht gut an.

"Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Preisregulierung ist vor dem Hintergrund des vielfältigen Marktangebotes nicht angemessen", kritisiert die Deutsche Kreditwirtschaft. Die Nutzung von Echtzeitzahlungen und die Entwicklung entsprechender Angebote in Europa stehe noch am Anfang. "Erfahrungsgemäß braucht es seine Zeit, bis sich technologische Innovationen sowohl auf der Angebots- wie auch der Kundenseite durchsetzen und durch eine breite Akzeptanz positive ökonomische Effekte auslösen", argumentierte der Dachverband der fünf großen Bankenverbände in Deutschland.

In Europa sind seit dem 21. November 2017 die "SCT Inst" genannten schnellen Überweisungen möglich. Die EU-Kommission hatte als Ziel ausgegeben, solche Überweisungen von Konto zu Konto binnen Sekunden bis Ende 2021 in der Union zum Standard zu machen. Doch rund ein Drittel der Banken in der EU bietet Instant Payments nach jüngsten Angaben der EU-Kommission nicht an.