Beyond Meat: Wokeness-Backlash

Beyond Meat Burger
Beyond Meat Burger

Beyond Meat (WKN: A2N7XQ) hat Probleme, das liegt auf der Hand. Der Aktienkurs hat seit dem Rekordhoch inzwischen mehr als 90 % an Börsenwert eingebüßt. Damit steht die Investitionsthese bei vielen Investoren wohl auf dem Prüfstand. Vor allem, weil es zuletzt Indikatoren gegeben hat, dass die Produkte nicht mehr so recht gefragt sind.

Die Umsätze entwickelten sich sogar rückläufig. Selbst mehr Reichweite führte nicht zu mehr Volumen. Das sind die Baustellen, die das Management angehen muss. Zudem zeigt sich, dass die Verbraucher in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten wieder preissensibler agieren.

Ein Wokeness-Backlash könnte jedoch ein weiterer Grund sein, warum Beyond Meat nicht funktioniert. Zumindest führte das US-Portal MoneyWise das ein weiteres Mal an.

Beyond Meat: Was ist ein Wokeness-Backlash?

Es ist ehrlich gesagt keine neue These, die MoneyWise hier vertritt. Vielleicht zunächst zum Begriff: Wokeness wird inzwischen das Phänomen genannt, dass Verbraucher und Menschen besonders aufmerksam und achtsam sind. So zum Beispiel, was die LGBT-Gemeinschaft angeht. Aber eben auch den Konsum gesunder Alternativprodukte. Beyond Meat ist deshalb auch ein Akteur, der auf Wokeness abzielt, indem man ein „besseres“ und nachhaltigeres Produkt benutzt.

Wie es in dem Beitrag sinngemäß heißt, ist der Wokeness-Trend vorbei. Die Zeit, in der Verbraucher Beyond Meat konsumieren und mit erhobenem Zeigefinger andere „belehren“, könnten gehört der Vergangenheit an. Und damit, so die Theorie, ein Teil des Interesses. Das kann zugegebenermaßen die operativ schwierige Zeit erklären. Jedoch ist mir nicht klar, was der Neuigkeitsgehalt ist. Schließlich haben andere Portale diesen Wokeness-Faktor bereits vor Wochen und Monaten angeführt.

Für mich ist dieser Tage zum Beispiel relevanter, dass bei Beyond Meat einige Insider (offenbar) in Teilen unhygienische Zustände angeprangert haben. Wobei die US-Behörden klarstellten, dass im Laufe ihrer Kontrollen keine Unregelmäßigkeiten aufgefallen sind. Trotzdem ist auch das negative Presse.

Ja, möglich!

Ein Wokeness-Backlash ist möglich. Vielleicht schlägt Beyond Meat im Moment ein Markt um die Ohren, bei dem die Verbraucher eben kein Novum mehr haben. Produktinnovationen helfen nur teilweise. Vielleicht können sie ein gewisses Interesse wieder anfachen. Wenn sich der bisherige Konsum jedoch bei einigen Verbrauchern auf das Ziel beschränkte, dass man sich einen erhobenen Zeigefinger leisten kann, ist ein Massenmarkt und das Fehlen des Neu-Charakters ein grundlegendes Problem. Das lässt sich nicht leugnen.

Jetzt ist jedoch das Management gefragt, den Markt und das Produkt hervorzuheben. Und zu zeigen, dass Beyond Meat auch im Massenmarkt ein gutes, innovatives Produkt ist und man die Verbraucher auch mit diesen neuen Baustellen abholen kann.

Der Artikel Beyond Meat: Wokeness-Backlash ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Beyond Meat. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Beyond Meat.

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