Bewirtschaftung: Anwohner auf Parkplatzsuche

Die vor einigen Monaten eingeführte "Parkraumbewirtschaftung" im Kalker Westen - vorrangig in den Straßen rund um das Wissenschaftsmuseum Odysseum, das Einkaufszentrum Köln-Arcaden und die KVB-Haltestelle "Kalk Post" - sorgt weiterhin für Diskussionen in der Bürgerschaft sowie in der Bezirksvertretung Kalk. Während die Bezirksvertreter sich für verstärkte Kontrollen im neu geschaffenen Geltungsbereich aussprechen, lehnen sie eine Ausweitung der sogenannten Parkraumbewirtschaftung einschließlich Anwohner-Parken in den nördlicheren Teilen des Stadtteils ab. In einigen Bereichen der an Kalk angrenzenden Straßen von Humboldt-Gremberg soll die Verkehrsproblematik zunächst erneut diskutiert werden.

Da nach Beobachtungen von Lokalpolitikern und Bürgern besonders rund um die Köln-Arcaden sehr häufig auf den Bürgersteigen geparkt werde, hatten CDU und Grüne bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung mit einem gemeinsamen Antrag die Verwaltung beauftragt, "im Geltungsbereich der neu eingeführten Parkraumbewirtschaftung in Kalk-West verstärkt und noch konsequenter Falschparker zu verwarnen". Dem stimmten auch die anderen Parteien einhellig zu. So sei vor allem das Parken auf den Bürgersteigen rund um die Arcaden zu unterbinden. Bei einem gemeinsamen Ortstermin von Bezirkspolitik und Verwaltung hatte sich gezeigt, dass an einigen Stellen rund um den Geschäftekomplex Handlungsbedarf besteht.

"Der Raum für die Fußgänger und Radfahrer ist für deren Bedürfnisse freizuhalten", waren sich die Fraktionsvorsitzenden Jürgen Schuiszill (CDU) und Daniel Bauer-Dahm (Grüne) einig. Dies sei aus ästhetischen und finanziellen Gründen nicht allein durch bauliche Maßnahmen wie Poller oder Fahrradnadeln möglich. Einstimmig forderten die Bezirksvertreter die Verwaltung auf, "hier in besonderem Maße und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dafür Sorge zu tragen, dass die Fußgängerbereiche rund um die Arcaden vom ruhenden Verkehr freigehalten werden".

Auf die von einigen Bürger geforderte Ausweitung von Parkraumbewirtschaftung und Anwohner-Parken bis in die nördlicher gelegene Bertramstraße, Nießenstraße, Engelstraße, Manteuffelstraße und Remscheider Straße, wollten sich die meisten Mitglieder der Bezirksvertretung allerdings nicht einlassen. Ein entsprechender Bürgerantrag, der zwar von Linken und Grünen unterstützt wurde, wurde mehrheitlich abgelehnt. Einige Bürger hatten moniert, dass in ihren Wohnstraßen, in denen ja weiterhin kostenfrei geparkt werden kann, sehr viele auswärtige Autofahrer ihre Fahrzeuge abstellen, um dann auf der Kalker Hauptstraße oder in den Köln-Arcaden einkaufen zu gehen.

Dass sich die Parkprobleme nach Einführung der Bewirtschaftung in angrenzende Straßenzüge verlagert haben, ist der Stadtverwaltung durchaus bekannt. Jedoch könnten Bewohnerparkvorrechte nicht für einzelne Parkflächen oder Straßenzüge angeordnet werden, um eine Verdrängung der Problematik in Nachbarstraßen zu vermeiden. Eine solche Anordnung würde stadtweit, so heißt es, "nur für größere Quartiere erfolgen, da nur hierdurch eine ausgewogene Parkraumplanung gewährleistet werden kann". Allerdings will die Verwaltung in Abstimmung mit der Bezirksvertretung in den von den Bürgern angegebenen Straßenzügen Verkehrserhebungen durchführen, um die Einrichtung eines weiteren Bewohnerparkgebietes zu prüfen.

Ein entsprechendes Vorgehen aus ähnlichen Gründen fordert auch die Interessengemeinschaft Humboldt-Gremberg. "Nach der Einführung des Bewohnerparkens in Kalk hat sich das Problem des Dauerparkens offensichtlich nach Humboldt verlagert", sagt der IG-Vorsitzende Peter Peterlini. "Das kostenfreie Parken in der Umgebung der S-Bahn-Haltestelle Trimbornstraße ist wegen der Anbindung zum Flughafen insbesondere für Reisende sehr attraktiv."

Schließlich hätten die direkten Anwohner dort in letzter Zeit eine große Zahl abgestellter Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen beobachtet. "Bei einer Online-Meinungsumfrage der IG haben sich 82 Prozent der Bürger für das Anwohnerparken ausgesprochen", sagt Peterlini, der allerdings auch weiß, dass "es gewichtige Argumente für und wider das Anwohnerparken" gebe. Darüber will die IG nun vor Ort mit Politikern und Fachleuten der Verwaltung diskutieren und hat hierzu auch den Kalker Bezirksbürgermeister Marco Pagano um einen Gesprächstermin gebeten....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta