Bewegender Post: Mutter zeigt mit abgewaschenem Geschirr, was Depressionen bedeuten

Brittany Ernsperger leidet an Depressionen. Was das genau für die junge Mutter heißt, das zeigt sie in einem bewegenden Post auf Facebook.

Selbst einfach Hausarbeiten können eine Hürde für depressive Menschen werden. (Bild-Copyright: Brittany Ernsperger/Facebook)

In dem sozialen Netzwerk teilte Brittany Ernsperger ein Bild ihres frisch abgewaschenen Geschirrs – ein Foto, das nichts Besonderes zu sein scheint, in Wirklichkeit aber das eindrucksvolle Sinnbild für ihren Kampf gegen Depressionen und Angstzustände ist.

“So sehen Depressionen aus”, schreibt Brittany Ernsperger dazu. Doch damit meint sie nicht das blitzblanke Geschirr, sondern die Tatsache, dass selbst die kleinsten Hausarbeiten eine Hürde für sie darstellen. Zwei Wochen habe sie gebraucht, um Töpfe, Teller und Co. abzuwaschen.

Was es heißt unter Depressionen zu leiden, beschreibt die junge Mutter ehrlich und ausführlich in ihrem Facebook-Post. Dort heißt es: “Vor drei Tagen saß ich auf dem Küchenboden, habe das Geschirr angestarrt und geweint. Ich wusste, dass ich es würde abwaschen müssen. Ich wollte es unbedingt abwaschen. Aber die Depressionen haben mich immer wieder runtergezogen – wie in ein schwarzes Loch.”

Zwei Wochen lang sei sie mehrmals täglich an einem Stapel mit ungewaschenem Geschirr vorbeigelaufen. Sie wollte die Aufgabe erledigen, konnte aber nicht. Die Depressionen haben sie davon abgehalten. “Wertlos. Versager. Stück Scheiße. Inkompetent. Dumm. Faul. All diese Dinge wandern den ganzen Tag durch den Kopf einer depressiven Person”, erklärt Brittany Ernsperger weiter.

Besonders schlimm sei es aber, wenn Angstzustände zu der Depression hinzukommen. Die junge Mutter schreibt: “Und wenn dann noch Angst dazu kommt, fängt der Spaß erst richtig an. Angst, dass dein Mann dich verlassen wird, weil er dich für faul hält. Angst, Menschen in dein Haus zu lassen, weil sie denken könnten, dass du schmutzig bist. Schuldgefühle, weil du kein Geschirr mehr hast, mit dem du deinen Kindern Abendessen servieren könntest, weshalb es zum dritten Mal in Folge Pizza gibt.”

Die ehrlichen Worte von Brittany Ernsperger berühren. Der Zuspruch auf ihrem Post ist enorm. Der Beitrag wurde bislang über 207.000 Mal geteilt und hat über 180.000 Likes. Aufmerksamkeit wolle die US-Amerikanerin damit aber nicht, sie möchte vielmehr helfen, und zwar anderen, denen es genauso wie ihr ergeht. “Ich will nicht euer Mitgefühl – nicht im Geringsten. Aber ich will euch wissen lassen, dass ich für euch da bin. Ich verstehe es. Wenn ihr jemanden zum Reden braucht, bin ich immer da, um zu helfen”, so die junge Mutter abschließend.