Bewegende und starke Rede von Angelina Jolie zum Thema sexueller Missbrauch

Angelia sprach bei einer Konferenz der Vereinten Nationen. (Bild: Darryl Dyck/The Canadian Press via AP Photo)

Seit Jahren macht sich der Hollywood-Star für Menschenrechte stark, widmet sich humanitären Problemen und engagiert sich sozial. Auch bei einer UN-Konferenz nutzte Angelina Jolie ihre Chance, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen.

Bei der „Peacekeeping Defence Ministerial“-Konferenz im kanadischen Vancouver trat die berühmte Schauspielerin vor die Friedenstruppen der Vereinten Nationen. Laut „The Guardian“ rief sie dazu auf, sich stärker gegen „die Waffe“ sexuelle Gewalt einzusetzen und diese endlich zu verhindern und zu bestrafen.

„Sie ist billiger als eine Waffe und hat anhaltende Konsequenzen, die sich mit widerlicher Vorhersehbarkeit entfalten“, beschrieb Jolie das Verbrechen und kritisierte internationale Führungspersönlichkeiten, die Vergewaltigung und sexuelle Belästigung als unvermeidbare Folge von gewalttätigen Konflikten sehen würden. Doch auch wenn Missbrauch als Verbrechen akzeptiert wird, würden viele Menschen immer noch denken, man könne nichts dagegen tun. „Wir haben die Gesetze, die Institutionen und die Expertise, um Beweise zu sammeln. Wir sind dazu fähig, Straftäter zu identifizieren. Was fehlt, ist der politische Wille“, ist sich Jolie sicher.

Jolie traf sich in Vancouver mit Delegierten der Vereinten Nationen. (Bild: Darryl Dyck/The Canadian Press via AP Photo)

Die 42-Jährige spielte auch auf die Unterdrückung und Vertreibung der Rohingya-Minderheit in Myanmar an. Fast jeder weibliche Flüchtling sei entweder Augenzeuge oder Opfer sexueller Gewalt. „Das ist Vergewaltigung und Belästigung, die ausgeführt wird, um zu foltern, zu terrorisieren, um Menschen zum Fliehen zu bringen und sie zu erniedrigen“, so Jolie. „Es hat nichts mit Sex zu tun. Aber es hat komplett mit Macht zu tun. Es ist kriminelles Verhalten.“

Dieses Thema liegt der Schauspielerin auch privat am Herzen. Im Oktober gestand sie der „New York Times“, in ihrer Jugend schlechte Erfahrungen mit Harvey Weinstein gemacht zu haben. Dem Hollywoodproduzent wird von mehreren Frauen sexueller Missbrauch vorgeworfen. Jolie habe damals abgelehnt, weiter mit ihm zu arbeiten und Kolleginnen vor ihm gewarnt.