Bewegende Geschichte: Ehemalige IS-Gefangene bei Markus Lanz

Nadia Murad konnte der Terrormiliz IS entkommen. (Bild: Screenshot ZDF)

Am Donnerstag begrüßte Moderator Markus Lanz den Hundetrainer Martin Rütter, Hamburgs ehemaligen Bürgermeister und CDU-Politiker Ole von Beust sowie den Psychologen Jan Kizilhan und die ehemalige IS-Gefangene Nadia Murad in seiner Show. Besonders Murad berührte die Zuschauer mit der Erzählung ihrer Gefangenschaft, der sie letztendlich entkommen konnte.

Sie wurde von der Terrormiliz IS in Gefangenschaft genommen, als Sexsklavin verkauft und immer wieder vergewaltigt – doch die tapfere Jesidin Nadia Murad konnte dem Martyrium entkommen und neuen Lebensmut fassen. Sie ging an die Öffentlichkeit, sprach über ihr Schicksal und setzt sich seitdem gemeinsam mit der Anwältin Amal Clooney gegen den Menschenhandel ein.

Mehr als 3000 Frauen und Kinder sind noch verschwunden

Am Donnerstagabend begrüßte Markus Lanz die junge mutige Frau in seiner Talkrunde. Unter anderem bedankte sie sich bei George Clooneys Ehefrau, die bisher schon viel in die Gänge setzen konnte. Doch es sei immer noch ein weiter Weg: „Bis jetzt sind mehr als 6000 Frauen und Kinder entführt worden. Bis jetzt sind mehr als 3000 immer noch verschwunden. Keiner weiß von einer Spur. Einige von ihnen sollen in Syrien gefangen genommen sein. Aber keiner weiß wirklich, in welche Erdteile sie verschleppt worden sind“, erklärte Murad.

Markus Lanz sprach mit Nadia Murad und Jan Kizilhan. (Bild: Screenshot ZDF)

Sie gilt mittlerweile als die Stimme der Sexsklavinnen. Sie spricht, wenn andere schweigen. Denn die Jesidin möchte, dass Menschen weltweit wissen, was wirklich passiert. „Wir möchten, dass diese Gräueltaten nicht unbeachtet bleiben. Wir möchten, dass alle Täter zur Rechenschaft gezogen und alle Opfer befreit werden“, so Murad.

Als Opfer an die Öffentlichkeit zu gehen fordert enormen Mut

Psychologe Jan Kizilhan therapierte schon viele ehemalige Gefangene des IS – er kennt die Grausamkeiten, die ihnen widerfahren sind. An die Öffentlichkeit zu gehen, sei für die Opfer oftmals mit großer Scham verbunden. „Es bricht einen Menschen erst mal als Person. Das heißt, es findet ein tiefer Eingriff in eine Person statt, bei dem diese Menschen keine Möglichkeit haben, sich zu wehren. Sie haben keine Kontrolle über ihren Körper, sie haben keine Kontrolle über sich selbst“, erklärte er.

Er zeigte sich begeistert von dem Engagement der jungen Jesidin: „Das, was Nadia Murad macht, ist etwas Unglaubliches für diese Gesellschaft und den Mittleren Osten. Man muss wissen, was Menschen gegen Menschen und gegen Frauen machen.“

Außerdem war der ehemalige Politiker Ole von Beust zu Gast, der über die aktuelle politische Lage und die Jamaika-Verhandlungen sprach. Daneben sprach Hundetrainer Martin Rütter, der den besten Freund des Menschen näher unter die Lupe nahm. Er riet von Beust, einen Hund aus dem Tierheim zu holen und nach Intuition zu entscheiden, welcher am besten zu ihm passt.

 

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