Bewährungsstrafen für ehemalige Manager des Internetkonzerns Unister

Zwei ehemalige Manager des Internetkonzerns Unister sind am Montag in Leipzig zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der ehemalige Finanzchef von Unister, Daniel K., bekam vom Landgericht Leipzig zwei Jahre auf Bewährung sowie eine Geldstrafe, der frühere Leiter Flugbereich der Unister-Gruppe, Holger F., wurde zu einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung verurteilt.

Die Anklage hatte K. Betrug, Steuerhinterziehung und unerlaubten Vertrieb von Versicherungsgeschäften vorgeworfen, F. musste sich ebenfalls wegen Betrugs verantworten. Beide sollen unter anderem Kunden von Flugportalen wie ab-in-den-Urlaub.de in großem Stil Kostenvorteile vorenthalten und dadurch zu hohe Flugpreise abgebucht haben. Zudem soll Unister unerlaubt Versicherungen als Serviceleistungen angeboten und sogenannte Serviceentgelte nicht korrekt versteuert haben.

Unister selbst und auch die Verteidiger der beiden Angeklagten hatten die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und erklärt, die Praxis des sogenannten Runterbuchens sei in der gesamten Reisebranche üblich. Der Prozess gegen einen ursprünglich dritten Angeklagten war zuvor gegen eine Geldauflage eingestellt worden.

Unister hatte im Juli 2016 Insolvenz angemeldet, nachdem Gründer und Gesellschafter Thomas Wagner tödlich mit dem Flugzeug verunglückt war. Daraufhin mussten zahlreiche Tochterfirmen ebenfalls Insolvenz anmelden, die Geschäftsfelder wurden inzwischen verkauft. Wagner hatte Unister 2002 in Leipzig gegründet, damals war er noch Student. Er galt als zentrale Figur des Unternehmens.

Die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden hatten bereits vor gut fünf Jahren begonnen. Im Januar dieses Jahres begann dann der Prozess gegen die Ex-Führungskräfte. In seinem Plädoyer sagte Dirk Reuter von der Generalstaatsanwaltschaft, Unister habe "der rechtliche Kompass" gefehlt.