Betrüger zockt als Biggie Smalls Hotel ab

Diese Geschichte könnte aus einem Hollywood-Streifen stammen: Als Biggie Smalls checkte ein Mann ins angesagte Mondrian Hotel ein. Keiner der Angestellten merkte, dass es sich dabei nicht um den verstorbenen Rapper handelte.

Ein Betrüger gab sich als Rapper Biggie Smalls aus. (Bild-Copyright: interTOPICS/Globe Photos/ddp images)

Drei Monate lebte Clayton Jacobs unter dem Namen Biggie Smalls im Mondrian Hotel in New York. Bei der Buchung im November 2017 stutzte offenbar niemand. Dabei ist das Pseudonym weltbekannt. Der Rapper Notorious B.I.G. nutzte es, bevor er 1997 erschossen wurde. Erst, als es Probleme mit der Kreditkarte des Betrügers gab, sah man sich den Fall scheinbar genauer an.

Eine Servicekraft sprach mit der “Post on Sunday”. Sie erinnerte sich, den Namen Biggie Smalls auf der Gästeliste gesehen zu haben, habe sich aber nichts dabei gedacht und auch keinerlei Verbindung zum Rapper gezogen. Als sie dann erfahren habe, dass Jacobs das Hotel um viel Geld betrogen hatte, sei sie schockiert gewesen: “Oh mein Gott, ich hatte keine Ahnung. Wie kann jemand mit so etwas durchkommen?”

Die Antwort auf diese Frage könnte ein Blick auf das Verhalten des Managements liefern. Wie die “New York Post” berichtet, habe man Jacobs noch einen weiteren Monat in seinem noblen Zimmer wohnen lassen, obwohl die Rechnungen nie bezahlt wurden. Auch dass der vermeintliche Biggie Smalls 24 Mal seine Kreditkarte innerhalb der drei Monate wechselte, hat allem Anschein nach niemanden stutzig gemacht.

Insgesamt verbrachte der 48-jährige Betrüger knapp vier Monate im Mondrian Hotel, bevor er vor die Tür gesetzt wurde. Dabei wuchs die Rechnung auf stolze 47.197,95 Dollar, umgerechnet rund 38.317 Euro, an. Kein Wunder, denn das Hotel auf der Park Avenue berechnet für ein Zimmer pro Nacht 200 Dollar (162 Euro). Ein Cocktail an der hauseigenen Bar kostet umgerechnet 15 Euro.

Welche Posten genau auf der Rechnung stehen, ginge laut “New York Post” aber nicht aus den Gerichtsunterlagen hervor. Jacobs aka. Biggie Smalls muss sich für sein betrügerisches Verhalten vor einem Richter verantworten, verhaftet wurde er allerdings bis jetzt nicht. Auf Nachfragen der “New York Post” zum Biggie-Smalls-Fall reagierten weder der Anwalt des Hotels noch Clayton Jacobs selbst.

Vorsicht, auch hier droht Betrug.