Beteiligungs-Duo sucht kleinere Firmen


Der Markt für außerbörsliches Beteiligungskapital ist schon seit langem aus dem Gleichgewicht geraten. Extrem viel Kapital steht in den Private-Equity-Fonds für eine recht überschaubare Anzahl von Deals zur Verfügung. Die Folge sind stetig steigende Bewertungen für die Mehrheitsübernahme von Mittelständlern oder Konzernteilen.

Die Preise sind nach Ansicht von Investmentbankern und Unternehmensberatern wieder auf dem Stand vor der Finanzkrise 2006 2007 angekommen. Das ist auch den Beteiligungsmanagern Alex Nieberding und Felix Eisel aufgefallen, die nach eigenem Bekunden schon seit Jahren eine Überhitzung des Marktes feststellen. Deshalb setzen sie jetzt mit ihrer Firma Conduction Capital Advisers auf Minderheitsanteile an börsennotierten Unternehmen. „Die Investoren sind überwiegend Private-Equity-Manager, Investmentbanker und Rechtsanwälte sowie Family-Offices“, sagt Conduction-Partner Eisel dem Handelsblatt.


Private Equity ist zum beliebtesten Investment innerhalb der alternativen Anlageklassen aufgestiegen. Laut dem Datenanbieter Preqin wurden hier weltweit zuletzt 2,58 Billionen Dollar verwaltet. Gleichzeitig geht die Angst um, dass die Renditen wegen der teils zu hohen Preise für Firmenkäufe sinken werden. 86 Prozent der institutionellen Investoren sind besorgt wegen der gestiegenen Bewertungen. Der etwaige Schaden durch überzogene Kaufpreise wird sich aber wohl erst in einigen Jahren zeigen, wenn die Private-Equity-Fonds ihre Firmen weiterverkaufen.

Eisel und Nieberding wollen jetzt über den Aktienfonds CCA European Opportunities in europäische Nebenwerte investieren und dabei die Zielunternehmen „durch die Brille eines Private-Equity-Investors“ aussuchen. Gefragt seien beispielsweise Unternehmen, die eine „Buy-and-build“-Strategie verfolgen, die also aktiv an einer Branchenkonsolidierung teilnehmen. Deshalb sei man auch „mehr vor Ort in den Werkshallen unterwegs, anstatt vor dem Bloomberg-Terminal zu sitzen“, erläutert Eisel.


Beispiele für solche Unternehmen seien der französische Labordienstleister Eurofins Scientific, die Schweizer Bäckerei Arzyta, der Bargeldlogistiker Loomis oder der irische Sandwichhersteller Greencore. Minderheitsbeteiligungen stehen mittlerweile auch wieder im Fokus der klassischen Private-Equity-Fonds. So stieg der schwedische Finanzinvestor EQT beim Prothesenhersteller Ottobock ein. Steve Roberts, Experte für den Beteiligungsmarkt bei der Beratungsgesellschaft PwC, rechnet zukünftig mit weiteren Transaktionen dieser Art. „Ja, solche spezialisierten Fonds wird man sehen, die sich auch auf kleinere Anteile an börsennotierten Gesellschaften konzentrieren. Aber die großen Fonds der Beteiligungshäuser werden sich hier weniger engagieren.“

Die beiden Conduction-Capital-Gründer Eisel und Nieberding, die zuvor für Rantum Capital gearbeitet haben, wollen bei ihrem Publikumsfonds nicht mehr als zehn Prozent der Anteile an einem Unternehmen halten, in der Regel sollen zwischen 15 und 25 Einzelengagements eingegangen werden. Außerdem werden sie „einen wesentlichen Teil ihres privaten Vermögens“ in den Fonds stecken. Mit diesem „Skin in the game“, also der Übernahme eines Teils des Risikos, habe man ein großes Eigeninteresse an einer positiven Wertentwicklung des Fonds.

KONTEXT

Experten für Private Equity

Broich Bezzenberger

Christian Gehling (Frankfurt/Main)

Cleary Gottlieb Steen & Hamilton

Thomas M. Bühl (Frankfurt/Main)

Clifford Chance

Christopher Kellett (Frankfurt/Main)

Oliver Felsenstein (Frankfurt/Main)

CMS Hasche Sigle

Martin Bell (Frankfurt/Main)

Udo Simmat (Stuttgart)

Dewey & LeBoeuf

Benedikt von Schorlemer (Frankfurt/Main)

Freshfields Bruckhaus Deringer

Andreas von Werder (Frankfurt/Main)

Christoph Nawroth (Düsseldorf)

Ludwig Leyendecker (Köln)

Nils Matthias Koffka (Hamburg)

Gibson, Dunn & Crutcher

Philip Martinius (München)

Gleiss Lutz

Christian Cascante (Stuttgart)

Gerhard Wegen (Stuttgart)

Jan Bauer (Frankfurt/Main)

Rainer Loges (München)

Hengeler Müller

Achim Herfs (München)

Christof Jäckle (Frankfurt/Main)

Hans-Jörg Ziegenhain (München)

Julius Budde (Berlin)

Maximilian Schiessl (Düsseldorf)

Peter Weyland (Frankfurt/Main)

Reinhold Ernst (Düsseldorf)

Thomas Müller (Frankfurt/Main)

Hogan Lovells International

Dirk Besse (München)

Joachim W. Habetha (Frankfurt/Main)

Kirkland & Ellis

Volker Kullmann (München)

Latham & Watkins

Christina Ungeheuer (Frankfurt/Main)

Jörg Kirchner (München)

Linklaters

Rainer Traugott (München)

Ralph Drebes (Frankfurt/Main)

Ulrich Wolff (Frankfurt/Main)

Milbank, Tweed, Hadley & McCloy

Norbert Rieger (München)

Peter Nussbaum (München)

Mütze Korsch

Maximilian Koch (Düsseldorf)

Noerr

Georg Christoph Schneider (München)

Thomas Schulz (München)

P+P Pöllath + Partners

Andreas Rodin (Frankfurt/Main)

Frank Thiäner (München)

Matthias Bruse (München)

Michael Inhester (München)

Otto Haberstock (München)

Roos Legal

Michael Roos (Mainz)

SJ Berwin

Frank Vogel (Berlin)

Justus F. Binder (München)

Till Fock (Berlin)

Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom

Lutz Zimmer (München)

M. Jaletzke (Frankfurt/Main)

W. R. Henle (München)

Sullivan & Cromwell

Konstantin Technau (Frankfurt/Main)

Taylor Wessing

Peter Hellich (Düsseldorf)

Watson, Farley & Williams

Andreas Oldenbourg (München)

Peter Christian Schmidt (Hamburg)

Simon Preisenberger (München)

weil, Gotshal & Manges

Gerhard Schmidt (Frankfurt/Main)

White & Case

Andreas Stilcken (München)

Willkie Farr & Gallagher

Jochen Winter (Frankfurt/Main)

Mario Schmidt (Frankfurt/Main)