Besuch von Kim Jong-un in China: Warnung an Donald Trump?

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. (Bild: AP Photo)

Nur eine Woche nach seinem historischen Treffen mit US-Präsident Donald Trump reiste Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ins benachbarte China. Der Besuch verlief äußert erfolgreich. Für manche Beobachter aus den USA vielleicht zu erfolgreich.

Wenn Nordkorea wirklich denuklearisiert werden und in Pjöngjang ein politischer Umschwung stattfinden soll, dann müssen vor allem zwei globale Player mitspielen: die USA und China. Vergangene Woche bekräftigten sowohl Donald Trump als auch Kim Jong-un bei ihrem Treffen in Singapur, in Zukunft kooperieren zu wollen.

Nordkorea gibt sein Atomwaffenprogramm auf und im Gegensatz lockert Washington seine Sanktionen gegen das Kim-Regime. Doch mit dem nun aufflammenden Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China könnte es mit den Perspektiven für Nordkorea bald schon wieder vorbei sein. Mit seinem zweitägigen Besuch in Peking demonstrierte Kim Jong-un diese Woche, dass Nordkorea nicht nur einseitig den Schulterschluss mit den USA sucht, sondern auch seine Beziehungen zu China verbessern will.

Beim Treffen in Singapur haben sich Kim und Trump gut verstanden. (Bild: Getty Images)

Das könnte die Friedensbemühungen auf der koreanischen Halbinsel jedoch unterminieren. Denn die noch immer geltenden US-Sanktionen gegen Pjöngjang sind nur deshalb wirksam, weil Peking hier aktiv mitwirkt. Nordkorea ist, was Handel, Energie und Finanzen betrifft, abhängig von der Großmacht China. Demzufolge wertet der ehemalige US-Energieminister und Nordkorea-Kenner Bill Richardson den Besuch von Kim in China als Kampfansage an Washington. Dem Nachrichtensender CNN sagte der Politiker: „Ich glaube, China sendet eine Nachricht an Trump: Du willst uns Strafzölle auferlegen und willst gleichzeitig unsere Kooperation in der Nordkorea-Frage? Du kannst nicht beides haben.“

China ließ über einen Sprecher des Außenministeriums am Dienstag verlauten, man wünsche sich zwar keinen Handelskrieg mit den USA, fürchte sich allerdings auch nicht davor. „Wir raten den USA, zur Vernunft zurückzukehren und Worte und Taten zu unterlassen, die ihnen selbst und anderen Schaden zufügen.“