"Der beste Abend ihres Lebens": Wie ein Kochabend aus Fremden eine Gemeinschaft macht

Natasha Hinde

Im 12. Stock eines Hochhauses in der Nähe des Londoner Barbican Centres schieben junge Menschen in einem Wohnzimmer drei ungleiche Tische aneinander. Überall stehen frische Zutaten, Töpfe, Pfannen, Küchenutensilien und Kochplatten herum.

Jess Thompson bereitet dort einen Kochkurs vor. Einen von 50, die sie seit Juli vergangenen Jahres für die gemeinnützige Organisation Migrateful – eine Wortschöpfung aus den Begriffen migration (Migration) und grateful (dankbar) –organisiert hat.

Asylbewerber, Flüchtlinge und Migranten in London leiten die Kurse und zum Schluss essen alle gemeinsam zu Abend. 

An diesem Abend steht ein Fortgeschrittenenkurs in persischer Küche auf dem Programm, unter der Anleitung des Mutter-Tochter-Gespanns Elahe und Parastoo.

Parastoo, Jess and Elahe (von links)

Kochen und erzählen

Jemand hat freundlicherweise seine Wohnung für den Abend zur Verfügung gestellt, damit die beiden Frauen uns drei Stunden lang das Kochen beibringen, ihre Geschichten erzählen und ein wenig Geld verdienen können.

Elahe und Parastoo sind weit weg von zuhause. Für Asylbewerber, die keinen Job finden oder auf Sozialhilfe angewiesen sind, ist das Leben ziemlich hart.

Elahe ist ausgebildete Psychologin und damit hochqualifiziert. Doch sie findet trotzdem keine Stelle, weil ihre Qualifikationen in Großbritannien nicht anerkannt werden. Außerdem kämpft sie mit Verständigungsschwierigkeiten.

Doch die Kochkurse von Migrateful helfen ihr, diese Probleme zu überwinden.

Zwiebelduft in der Luft

Als ich zum ersten Mal durch die Tür trete, liegt starker Zwiebelgeruch in der Luft. Jess ist damit beschäftigt, ein Bettlaken auf dem Teppich auszubreiten, damit er nicht schmutzig wird.

Elahe und Parastoo kommen kurz aus der Küche und begrüßen mich, bevor sie sich wieder an ihre...

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