Besserer Schul-Ausbau: Die städtische Gebäudewirtschaft in Köln wird reformiert

Die Stadt will einen neuen Geschäftsführer und einen Interimsmanager einstellen

Stadtdirektor Stephan Keller hat die ersten Schritte zur Reform der städtischen Gebäudewirtschaft angekündigt: Neue Stellen in der Chefetage, Sachverstand von außen und attraktivere Arbeitsbedingungen sollen helfen, die Leistungsfähigkeit der Bauverwaltung zu steigern.

Nicht alles sei von heute auf morgen zu ändern, so Keller: Eine echte Reform brauche zwei bis drei Jahre. Wichtig sei aber, dass erste Maßnahmen auch „unmittelbar wirken“. Das Tagesgeschäft dürfe nicht leiden.

„Wir haben keine Zeit, uns nur mit uns selbst zu beschäftigen.“ Auch deshalb wird die Organisation des weiteren Reformprozesses einem „Interimsmanager“ zugeordnet. Der soll als gut bezahlte Honorarkraft für den zukünftigen Baudezernenten arbeiten. Der noch amtierende Dezernent Franz-Josef Höing hat sich bereits in seinen Resturlaub verabschiedet, bevor er als Oberbaudirektor nach Hamburg wechselt.

Auf Ausgliederungen oder Privatisierungen wird verzichtet

Das verwaltungsinterne Expertenteam zur Reform der Gebäudewirtschaft verzichtet auf Ausgliederungen und Privatisierungen. Auch die Gründung einer GmbH nach Düsseldorfer oder Hamburger Vorbild, um den Schulbau anders zu organisieren, ist erst einmal vom Tisch. Kellers Team empfiehlt dem Stadtrat, ausgewählte Schulbaumaßnahmen zu Paketen zusammenzuschnüren und dann von Projektteams abarbeiten zu lassen.

Die Umsetzung des ersten vom Stadtrat beschlossenen Sofortprogramms mit 15 Maßnahmen mache Hoffnung, dass es auch mit einer verbesserten verwaltungsinternen Struktur gelinge, die Herausforderungen im Schulbereich zu stemmen, hieß es am Montag. Zuständig bleibt also weiterhin die Gebäudewirtschaft, die künftig eine Doppelspitze haben wird.

Der jetzigen Chefin Petra Rinnenburger wird als technischer Geschäftsführerin ein kaufmännischer Geschäftsführer an die Seite gestellt. Ein weiterer Job wird ausgeschrieben: Gesucht wird ein Berater für das „Technische Gebäudemanagement“.

120 freie Stellen sollen besetzt werden

Mit seinen Vorschlägen, die nun in die politischen Beratungen eingebracht wurden, erteilt Keller denen eine Absage, die sich mehr Dezentralisierung gewünscht haben. Nur die Kultureinrichtungen dürfen sich noch selbst um die Bauunterhaltung kümmern. Dies auch Kitas oder Schulen zu ermöglichen, sei nicht ausgeschlossen, aber „nicht vorrangig“, so Keller.

Weitere Maßnahmen sollen die Besetzung der 120 freien Stellen beschleunigen. Weiterbildungsangebote für die Mitarbeiter werden mit der Aussicht auf bessere Besoldungsgruppen verbunden. Außerdem werden 15 neue Stellen geschaffen, die durch ein gutes Gehaltsangebot auch erfahrene Ingenieure in die Bauverwaltung locken könnten.

Vermieterin und Bauherrin im Auftrag der Stadt

Die städtische Gebäudewirtschaft wurde am 1. Januar 1997 gegründet. Durch eine zentrale Steuerung sollte effektiver und kostengünstiger mit den städtischen Immobilien umgegangen werden. Zunächst war sie nur für Verwaltungsgebäude zuständig, 1998 kamen Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen dazu. Im Jahr 2000 übernahm die Gebäudewirtschaft alle verbliebenen Aufgaben des Hochbauamtes, das danach abgeschafft wurde.

Auf Außenstehende wirkt die Konstruktion seltsam: Die Ämter der Stadt zahlen Miete an die eigene Gebäudewirtschaft. Die Dienststelle übernimmt die Rolle des Vermieters einschließlich aller Pflichten der Bewirtschaftung und Instandhaltung für alle anderen Dienststellen. Ihre „Einnahmen“ fließen zurück in den Haushalt....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta