Bessere Aufklärung für richtigen Umgang mit Antibiotika

Ein neues Programm für Patienten und Ärzte soll dazu beitragen, dass Antibiotika nicht unnötig verschrieben werden. Der Verband der Ersatzkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung entwickelten das Versorgungsprogramm "Resist"

Ein neues Programm für Patienten und Ärzte soll dazu beitragen, dass Antibiotika nicht unnötig verschrieben werden. Der Verband der Ersatzkassen (VDEK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) stellten am Dienstag in Berlin das Versorgungsprogramm "Resist" vor, in dessen Rahmen sich Ersatzkassenversicherte speziell beraten lassen können. Das Projekt setzt auf eine bessere Aufklärung.

Das Programm "Resist" steht unter dem Motto "Antibiotika bewusst anwenden - Resistenzen vermeiden". Vor der Gefahr von Antibiotikaresistenzen wird schon seit langem von Experten gewarnt. Sie führen dazu, dass bakterielle Infektionen schwerer oder auch gar nicht mehr zu behandeln sind, weil Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren.

"Unser Ziel ist es, Ärzte und Patienten zu einem sensibleren Umgang mit Antibiotika zu bewegen und dadurch die Qualität der Versorgung zu verbessern", erklärte die VDEK-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. Auch wenn Deutschland mit 38 bis 40 Millionen Antibiotikaverordnungen pro Jahr im europäischen Vergleich im unteren Drittel liege, sei das immer noch zu viel.

Elsner verwies dazu darauf, dass laut einem Report der Krankenkasse DAK-Gesundheit aus dem Jahr 2014 schätzungsweise 30 Prozent aller Antibiotikaverordnungen unnötig seien. Dies gilt laut VDEK und KBV vor allem für Atemwegserkrankungen, die zu 90 Prozent von Viren ausgelöst werden.

Im Rahmen des Programms "Resist" können sich seit Anfang Juli Ersatzkassenversicherte von Barmer, TK, DAK-Gesundheit, KKH, HKK und HEK in den Bezirken Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Saarland und Westfalen-Lippe bei Verdacht auf einen Atemwegsinfekt speziell von einem Haus-, Kinder-, HNO- oder Facharzt für innere Medizin beraten lassen. Bislang schlossen 600 Ärzte ein Onlineschulungsprogramm ab, bis zum Herbst sollen es rund 3000 sein.