"Besser als euer Ruf" : Brutal überfallene Frau schreibt Dankesbrief an die Berliner

Am vergangenen Sonntag ist eine 53-Jährige in Kreuzberg beim Geldabheben angegriffen worden. Nun geht sie an die Öffentlichkeit.

Berlin. "Ich bin es, die Frau aus dem Artikel." So beginnt der Brief, mit dem sich Sonja Pietsch* aus Kreuzberg an die Berliner Morgenpost wandte. Dort, an der Bergmannstraße, war sie am Sonntag beim Geld abheben von zwei Männern brutal überfallen worden. Sie packten das Opfer am Arm, zogen ihr an den Haaren, klauten ihre Geldbörse. Für das, was dann folgte, will die 53-Jährige jetzt "Danke" sagen.

"In diesem scheußlichen Moment, als ich in der Zwinge der Räuber festsaß und mich trotz des heftigen Kampfes vorher am Ende doch nicht mehr bewegen konnte, in genau diesem Moment der schrecklichen Hilflosigkeit, da hörte ich seinen Ruf – den lauten Ruf dieses Menschen, dem ich nicht egal war", schreibt Pietsch. Denn Passanten zeigten das, was Berlinern angeblich oft fehlt: Zivilcourage.

Ein Mann schlug die Täter in die Flucht, kümmerte sich um die Überfallene und machte eine Zeugenaussage. Eine Frau radelte den feigen Tätern hinterher und kehrte anschließend wieder zurück, um der Polizei mitzuteilen, wo sie suchen solle. An die Helfer gerichtet schreibt Pietsch: "Danke, lieber Berliner und liebe Berlinerin! Bestimmt hattet ihr an diesem Abend etwas Besseres zu tun, trotzdem wart Ihr für mich da."

Doch damit ist es für die Kreuzbergerin nicht getan. Im Gegenteil. Sie wendet sich an alle Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, die doch nicht so herzlos sei, wie es ihr oft nachgesagt werde: "Es macht mir Mut zu wissen, dass – wenn so etwas noch einmal in meinem Leben geschieh...

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