Eine besondere Fußballliebe in Franken

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Eine besondere Fußballliebe in Franken
Eine besondere Fußballliebe in Franken

„Ich glaube, dass ich von der Persönlichkeit her nicht die Rampensau bin, die man in der Ersten und Zweiten Liga oft so findet.“

Auf ihre Rolle beim 1. FC Nürnberg hätte sich Laura Engelhardt deswegen vermutlich nicht von sich aus beworben: Die gebürtige Erlangerin ist seit 2008 Stadionsprecherin der U-Teams, aktuell bei der U21. „Man braucht die Showman-Qualitäten nicht so“, zieht sie den Vergleich zu den oberen Ligen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Dabei kann man sich die 40-Jährige auch sofort im Oberhaus vorstellen, wenn man mit ihr über diese Aufgabe und ihre Auffassung davon spricht. Gut informiert, schlagfertig, mit Liebe zum Fußball und einer großen, verantwortungsvollen Hingabe an ihre Arbeit erzählt sie von ihrem Weg beim Club im Speziellen und im Fußball im Allgemeinen.

Im Hauptberuf arbeitet Engelhardt bei der Bundesagentur für Arbeit in der internen Kommunikation. Der Fußball aber war immer Teil ihres Lebens.

Dabei hatte sie „nie ein großes Vorbild“ für diese Liebe, erinnert sich die Cluberin. Bei ihren Großeltern lief Mitte, Ende der 1980er eher Tennis. Über das Interesse am Fußball sagt sie: „Ich meine tatsächlich, dass das so aus mir herauskam.“ Ihr Onkel nimmt sie irgendwann mit den Cousins mit zu einem Spiel des 1. FC Nürnberg - und ab da ist alles klar. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Ehrenamtlich dabei beim Sommermärchen

Beim Confed-Cup 2005 und der Heim-WM 2006 arbeitet Engelhardt als Lead Volunteer im Mediencenter Nürnberg. Ihr Ziel sei, für diese Zeit ein wenig typisch, „irgendwas mit Medien“ gewesen, die unbezahlte Aufgabe sah sie als Chance, schon im Studium Kontakte zu knüpfen. „Das war eine der schönsten Erfahrungen jemals im Fußball“, blickt sie heute zurück.

Die Verbindung zum 1. FC Nürnberg ergibt sich dann nahtlos, ein Jahr ist Engelhardt beim Club Praktikantin, kommt dann ins PR-Team-Stadion und wird schließlich Stadionsprecherin. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

„Da bin ich sehr behutsam eingearbeitet worden.“ Die Vorbereitung beginnt für sie bereits in der Woche vor dem Spiel, um während der Partie als „Infotainment-Schalter“ fit zu sein. Also Fakten zum eigenen Team und dem Gegner zu liefern.

Wichtig ist Engelhardt, vorab beim Gastverein abzufragen, wie die Namen der Spieler ausgesprochen werden, was oft gar nicht so einfach sei, da Betreuer häufig eher die Spitznamen nutzen und das selbst nicht wüssten.

Engelhardt: Eine echte Cluberin

Vor dem Spiel gehört der kurze Kontakt mit Security, Schiedsrichtern, Fanbeauftragten und so weiter zu ihrer Routine, rund um die Partie ist Engelhardt Allrounderin, fährt ihre Technik selbst und lässt die Vereinshymne aus ihrer Spotify-Playlist über den Rasen schallen. Wenn die Erlangerin bei den Spielen zum Mikrofon greift, gendert sie da, wo es inhaltlich sinnvoll ist; blöde Reaktionen habe es darauf aber bislang selten gegeben, erzählt sie.

Als Mitarbeiterin des Vereins sei sie offenbar in einer anderen Rolle als Kolleginnen in den Medien, mutmaßt sie. „Ich glaube, ich bin da einfach etabliert.“ Über die toxische Seite des Fußballs macht Engelhardt sich so ihre Gedanken, hinterfragt Mechanismen, ist kritisch und unnachgiebig. Denn Sprüche bekommt auch sie ab und an zu hören, Kategorie: „Kannste dich mal ausziehen?“ Der Weg im Fußball ist eben doch noch weit, bei allen Erfolgen.

Apropos Erfolg, den größten ihrer Nürnberger in den letzten Jahren hat Laura Engelhardt live miterlebt: das siegreiche Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart 2007 - und die „magischen“ Flutlichtspiele auf dem Weg dorthin.

„Das“, sagt sie, „wird nie wieder getoppt werden können“.

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