Berühmte Ex-Praktikantin: Was wurde eigentlich aus Monica Lewinsky?

Monica Lewinsky im April 1998 mit ihrem damaligen Anwalt William Ginsburg. (Bild: AP Photo)

Im Jahr 1998 war sie zeitweise die berühmteste Frau der Welt: Monica Lewinsky, die als Praktikantin im Weißen Haus eine Affäre mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton einging. Mit einem aktuellen Tweet ist sie plötzlich wieder Gesprächsthema – doch was macht die inzwischen 45-Jährige eigentlich heute?

Es war ein ausgesprochen kurzer Tweet – doch die paar Worte reichten aus, um Monica Lewinsky für einen Augenblick wieder ins Rampenlicht zu befördern. Am 26. Juli postete die gebürtige Kalifornierin eine Nachricht auf Twitter, die inzwischen tausendfach geteilt und geliket wurde.

In ihrem Beitrag spielt die Amerikanerin auf ihre eigene Vergangenheit als geheime Liebhaberin vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton an. Und das derart selbstironisch, dass viele User begeistert sind.


„Nationaler Praktikantentag. Kann. Nicht. Glauben. Dass. Es. Das. Gibt. *Verlässt die Bühne“

In der Tat wurde am 26. Juli 2018 der Nationale Praktikantentag begangen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen offiziellen Feier- beziehungsweise Aktionstag. Ins Leben gerufen wurde die Kampagne von dem US-Unternehmen WayUp, das eine Jobbörsen-Webseite und die dazugehörige App betreibt. WayUp richtet sich in erster Linie an Studenten und junge Menschen, die ihre ersten Schritte in der Arbeitswelt unternehmen. Am Nationalen Praktikantentag sollten Arbeitgeber ihre schlecht oder unbezahlten Praktikanten würdigen, indem sie ihnen ein Mittagessen spendieren und positive Kommentare unter dem Hashtag #NationalInternDay im Netz absetzen.

Lewinsky nahm die Gelegenheit wahr und brachte sich als ehemals berühmteste Praktikantin der Welt selbst ins Gespräch. Doch was ist aus der damaligen Liebesaffäre von Bill Clinton geworden?

Nach Bekanntwerden des Techtelmechtels mit dem mächtigsten Mann der Welt wurde über die damals 25-Jährige monatelang international berichtet. Lewinsky war in den Jahren 1995 und 1996 als Praktikantin im Weißen Haus beschäftigt. Eigenen Angaben zufolge soll es zwischen November 1995 und März 1997 insgesamt neun sexuelle Kontakte zwischen ihr und Clinton gegeben haben.

Anfang 1998 wurde die Affäre publik. Anfangs stritt Clinton die außereheliche Beziehung noch ab. Doch als bekannt wurde, dass Lewinsky über ein Beweisstück verfügte – ein ungewaschenes Kleid, auf dem sich Spermaspuren des US-Präsidenten befanden – gestand Clinton im US-Fernsehen, seine Frau mit der Praktikantin betrogen zu haben. Ein Jahr lang zog sich die sogenannte Lewinsky-Affäre, in der etliche Politiker ein Impeachment des Präsidenten forderten. Am 19. Dezember 1998 schließlich stimmte das Repräsentantenhaus gegen ein solches Amtsenthebungsverfahren.

Bill Clinton mit seiner Frau Hillary am 19. Dezember 1998, nachdem das Repräsentantenhaus gegen ein Amtsenthebungsverfahren gestimmt hat. (Bild: AP Photo)

Im März 1999 erschien ein Buch, das Lewinsky gemeinsam mit dem Journalisten Andrew Morton schrieb. Kurz darauf gab sie TV-Legende Barbara Walters ein Fernsehinterview. Für Buch und Interview bekam sie insgesamt 1,5 Millionen Dollar (heute ungefähr 1,3 Millionen Euro). In den darauffolgenden Jahren wurde es still um Lewinsky. 2001 zog sie laut dem Magazin „Time“ nach New York und startete ein Unternehmen, das Handtaschen verkauft. 2005 zog sie nach Großbritannien, um an der London School of Economics Psychologie zu studieren.

Hält heute Vorträge über Mobbing und Cyberbullying: Monica Lewinsky. (Bild: AP Photo)

An die Öffentlichkeit wandte sich Lewinsky erst wieder im Jahr 2014, als sie einen Essay über ihr Leben nach der Affäre im Magazin „Vanity Fair“ publizierte. Inzwischen setzt sie sich für Mobbing-Opfer ein und hält Vorträge über Cyberbullying. Im Oktober 2017, kurz nach Aufkommen der MeToo-Debatte, postete sie den Hashtag auf Twitter, allerdings ohne weitere Begründung. Vermutlich spielte sie damit auf ihre Zeit mit Bill Clinton an.

Durch die MeToo-Kampagne revidierte Lewinsky auch teilweise ihre Meinung, dass die Affäre zwischen ihr und Clinton auf freiwilliger Basis stattgefunden habe. In einem weiteren Essay für „Vanity Fair“ schrieb sie: „Nun, mit 44, beginne ich zu sehen, wie groß die Machtunterschiede zwischen einem Präsidenten und einer Praktikantin wirklich sind.“ Voreilige Schlüsse wolle sie aber nicht ziehen. Es sei alles „sehr, sehr kompliziert“ gewesen.