Berthold zu VfB-Chaos: "Ziemlich fragwürdig"

Der VfB hat sich von Schindelmeiser getrennt. Berthold wundert sich über den Zeitpunkt und stellt klar: Das Ziel kann nur der Klassenerhalt sein.

Der VfB Stuttgart hat sich von Sportvorstand Jan Schindelmeiser getrennt. Der frühere VfB-Profi Thomas Berthold wundert sich gegenüber SPOX über den Zeitpunkt der Entlassung und stellt klar: Das Ziel kann für die Schwaben nur der Klassenerhalt sein.

"Vom Zeitpunkt her ist das natürlich ziemlich ungewöhnlich, ziemlich fragwürdig. So kurz vor dem Saisonstart ist eine Trennung alles andere als optimal", sagte Berthold im Gespräch mit SPOX: "Letztlich gibt es aber Gremien und Mehrheitsbeschlüsse - so ist das in diesem Geschäft."

Und der Weltmeister von 1990 weiter: "Mit dem Aufstieg hat der VfB das Saisonziel erreicht. Jetzt ist man offensichtlich der Meinung, dass man die Saisonziele für die kommende Saison in dieser Konstellation nicht erreichen kann. Und um das klar zu sagen: Das Ziel für die kommende Spielzeit kann nur Klassenerhalt heißen, alles andere ist unrealistisch."

Halbwertszeit von Entscheidungsträgern sehr gering

Wechsel in den wichtigen Positionen sind bei den Schwaben nicht neu. 2014 musste Sportdirektor Fredi Bobic seinen Hut nehmen, 2016 Vorstand Sport Robin Dutt und nun Schindelmeiser. Noch wilder geht es auf der Position des Cheftrainers zu. Seit dem Aus von Bruno Labbadia 2013 ist Hannes Wolf derzeit der achte Coach in den vergangenen vier Jahren.

"Es ist in den letzten Jahren schon verwunderlich, wie wenig Kontinuität der VfB auf den führenden Positionen hat. Die Halbwertszeit von Entscheidungsträgern ist sehr gering. Das schadet jedem Verein", sagte Berthold.

Der 52-Jährige betonte zwar, keine Namen in der Diskussion um einen möglichen Nachfolger für Schindelmeiser in den Raum werfen zu wollen, erklärte aber auf VfB-Präsidiumsmitglied Thomas Hitzlsperger angesprochen: "Er wäre zwar ein Neueinsteiger, grundsätzlich würde ich es ihm aber schon zutrauen."