Bertelsmann will Druckstandort Ahrensburg 2024 schließen

AHRENSBURG/GÜTERSLOH (dpa-AFX) -Der Bertelsmann-Konzern will Ende Januar 2024 die Produktion an seinem Druckstandort Ahrensburg nordöstlich von Hamburg einstellen. 545 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien betroffen, teilte das zu Bertelsmann gehörende Unternehmen Prinovis am Donnerstag mit. Ahrensburg befinde sich seit geraumer Zeit in der Verlustzone. Die Produktionsstätte ist nach Unternehmensangaben der letzte verbliebene Tiefdruckstandort von Bertelsmann in Deutschland. Die Arbeitnehmerseite kündigte Widerstand gegen die Pläne an.

Nach Unternehmensangaben ist der für den Standort relevante europäische Tiefdruckmarkt seit mehr als einem Jahrzehnt strukturell rückläufig. Die Nachfrage nach Katalogen in hoher Auflage sowie Zeitschriften und Beilagen seien überproportional gesunken. Prinovis-Geschäftsführer Ulrich Cordes sagte: "Hinzu kommt, dass unsere Auftraggeber aufgrund der Pandemiefolgen und des enormen Anstiegs der Papier- und Energiepreise ihre Marketingaktivitäten in den vergangenen zwei Jahren immer wieder hinterfragt und häufig in Richtung digitaler Kommunikationslösungen verändert haben." Es gebe einen starken Rückgang des Auftragsvolumens.

Für die betroffenen Mitarbeiter sollen dem Unternehmen zufolge "zeitnah sozialverträgliche Lösungen" gefunden werden. Der Betriebsrat am Standort Ahrensburg teilte mit, man akzeptiere die Schließungspläne nicht. "Seit mittlerweile mehr als 14 Jahren wurden den Beschäftigten Mitarbeiterbeiträge zur Zukunftssicherung, in Form von direktem Lohnverzicht, Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich und Arbeitsverdichtung, abverlangt."