Bertelsmann prüft Trennung von seiner stärksten Sparte

Bertelsmann will seinen Fokus wieder stärker auf die Themen Medien und Bildung legen. Das könnte Arvato zu spüren bekommen.


Das Gütersloher Medienunternehmen Bertelsmann will sich von einer seiner stärksten Sparten trennen: Aufsichtsrat und Vorstand haben am Mittwoch beschlossen, den Verkaufsprozess für einen Teilbereich des Dienstleisters Arvato einzuleiten. Die Prüfung schließe Partnerschaften sowie den kompletten oder auch teilweisen Verkauf ein, heißt es in einer Mitteilung.

Dabei handelt es sich um die Arvato-Sparte CRM (Customer Relationship Management), bei der etwa 36.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das ist die Hälfte der Beschäftigtenzahl von Arvato. Insgesamt arbeiten rund 116.000 Menschen bei Bertelsmann. Arvato CRM kümmert sich um das Management von Kundenbeziehungen für Firmen, darunter die Moderation von Social-Media-Kanälen.

„Wir sind überzeugt, dass der nun startende Prozess neue Chancen für die langfristige Ausrichtung der CRM-Geschäfte aufzeigen wird und die Geschäfte für verschiedene externe Partner interessant sind“, sagte Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann.

Schon im vergangenen Jahr hatte es Unruhe bei Arvato gegeben: Fernando Carro, der bis zum Sommer Vorstandsmitglied von Bertelsmann und CEO von Arvato war, schied mit sofortiger Wirkung aus dem Unternehmen aus. Das war insofern überraschend, weil das Unternehmen die Exits seiner Führungskräfte normalerweise sorgsam einleitet. Carro hatte 24 Jahre lang für Bertelsmann gearbeitet.

Mit dem Teilverkauf von Arvato ist klar: Bertelsmann will seinen Fokus wieder stärker auf die Themen Medien und Bildung legen. Darauf zahlt denn auch die Aufstockung des Firmenanteils an der Buchsparte Penguin Random House ein: Seit 2017 hält Bertelsmann 75 Prozent an der Buchgruppe, Miteigentümer Pearson nur noch 25 Prozent.