Bernie Sanders: Scharfe Kritik an Trumps Rede zur Lage der Nation

In seiner ersten Rede zur Lage der Nation zog US-Präsident Donald Trump nach einem Jahr Amtszeit eine positive Bilanz. US-Senator Bernie Sanders hingegen kritisierte Trumps selbstgefällige Rede vor dem US-Kongress scharf.

Erneut hat Bernie Sanders eine Rede von Donald Trump auseinandergenommen. Der parteilose Sanders, der im Senat der Fraktion der Demokraten angehört, war anwesend, als Trump seine Rede zur Lage der Nation hielt. In seinem Kommentar, der auf Facebook und YouTube veröffentlicht wurde, betonte Sanders die Dinge, die Trump in seiner Ansprache vor dem US-Kongress nicht gesagt hatte und verwies auf seine Wahlversprechen, die nicht eingehalten wurden.

Sozialversicherung und Krankenversicherungen

„Viele von Ihnen werden sich erinnern, dass Donald Trump während seiner Kampagne den Amerikanern gesagt hat, dass er ‚Krankenversicherungen für alle’ mit ‚viel niedrigerer Selbstbeteiligung’ anbieten wird.“ Es sei ein Versprechen gewesen, das Trump allen arbeitenden Familien im Land während seiner Kampagne 2016 gegeben habe, erklärte Sanders. Doch kaum im Amt, habe Trump genau das Gegenteil getan.

Bernie Sanders reagierte auf Trumps Rede zur Lage der Nation mit einem kritischen Videobeitrag. (Bild: YouTube Screenshot)

„Letztes Jahr unterstützte er eine Gesetzgebung, die bis zu 32 Millionen Menschen aus der Gesundheitsversorgung geworfen hätte, während sie gleichzeitig die Prämien für ältere Amerikaner deutlich erhöht hätten“, erinnerte sich der US-Senator, der selbst bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2016 angetreten war.

Vermögensungleichheit und Klimawandel

Auch habe Trump in seiner Rede die Vermögensungleichheiten im Land ausgelassen. Während der Präsident die niedrige Arbeitslosigkeit durch seine Steuerreform zu seinen vermeintlichen Erfolgen zählte, erinnerte Sanders daran, dass die Reichen im Land immer reicher würden, „während Millionen amerikanische Arbeiter zwei oder drei Jobs haben, nur um sich über Wasser zu halten.“

Donald Trump konnte die Demokraten bei seiner Rede vor dem Kongress am 30. Januar nicht überzeugen. (Bild: AP Images)

Trump bezeichnete in seiner Rede seine Steuerreform als historische Errungenschaft mit „gewaltigen Entlastungen“. Sanders verdeutlichte im Gegenzug, dass seit März 2017 die drei reichsten Menschen in Amerika ihren Wohlstand um mehr als 68 Milliarden Dollar aufbessern konnten, während ein durchschnittlicher Arbeiter eine Gehaltserhöhung von gerade mal 4 Cent pro Stunde erhalten habe.

Zusätzlich kritisierte Sanders, dass Trump die Bedrohung durch den Klimawandel in seiner Rede ignorierte, dabei habe er als Präsidentschaftskandidat noch mit seinem Engagement für sauberes Wasser und saubere Luft geworben. „Nein, Herr Trump, der Klimawandel ist kein ‚Schwindel’“, richtet sich der Senator dabei direkt an den Präsidenten. „Es ist eine Realität, die in unserem ganzen Land und auf der ganzen Welt verheerenden Schaden anrichtet.“

Sanders Fazit

„Die Amerikaner wollen keinen Präsidenten, der zwanghaft unehrlich ist, ein Tyrann ist, der aktiv die Interessen der Milliardärsklasse vertritt, der wissenschaftsfeindlich ist und uns aufgrund unserer Hautfarbe, unseres Herkunftslandes, unserer Religion, unseres Geschlechts oder unserer sexuellen Orientierung versucht zu entzweien“, fasste Sanders zusammen. Diese Realität sei aber die schlechte Nachricht, mit der man es zu tun habe.

Aktuell wird spekuliert, Bernie Sanders wolle 2020 zur nächsten Präsidentschaftswahl erneut einen Versuch wagen, gegen Trump anzutreten.