Berlins SPD-Chef Müller mahnt Genossen eindringlich zur Geschlossenheit

Berlins SPD-Chef Müller mahnt zur Geschlossenheit

Sieben Wochen nach dem verheerenden Bundestagswahlergebnis der Berliner SPD hat der Landesparteichef und Regierende Bürgermeister Michael Müller eindringlich mehr Geschlossenheit angemahnt. "Wir sollen die Menschen Respekt vor uns und unserer Arbeit haben, wenn wir einander keinen Respekt entgegenbringen?", sagte Müller am Samstag zum Auftakt des Landesparteitags. Müller verbat sich von seinen Parteigenossen "dusselige Kommentare auf Facebook" und Beleidigungen seiner Mitarbeiter.

Die in Berlin mit Linkspartei und Grünen regierenden Sozialdemokraten hatten am 24. September mit 17,9 Prozent der Zweitstimmen ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. Zudem verlor der Senat den Volksentscheid über eine Offenhaltung des Flughafens Tegel, die Müller ablehnt. Auf dem Landesparteitag sprach Müller von einer "Vertrauenskrise auf allen Ebenen". Die Berliner SPD müsse mit der Selbstbeschäftigung aufhören, um Vertrauen wiederherzustellen.

Müller kündigte die Bildung einer Kommission aus Vertretern aller Parteiebenen an, die bis zum Sommerparteitag programmatische und organisatorische Vorschläge erarbeiten soll. Zudem versprach Müller eine konstruktivere Zusammenarbeit mit Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh. Er erwarte im Gegenzug mehr Unterstützung aus der Fraktion. Die Konkurrenten Müller und Saleh waren in den vergangenen Wochen zum Teil scharf aus der eigenen Partei kritisiert worden.