Berliner Wintergarten: Beeindruckende Kitschhölle bei "Sayonara Tokio"

Sayonara Tokyo im Wintergarten - v.l. Arisa Meguro - Keiko Moriyama | Tänzerin   - Senmaru | Balance-Jonglage Katze | Shunsuke Odahara von den Tokyo Jumpz | Rope Skipping  Yuri Yoshimura | Japanische Sängerin (Erstbesetzung)  

Japan nennt sich das "Land der aufgehenden Sonne". Die Sonne ist auch das Symbol der japanischen Flagge. Dem Mythos nach flankierte das Emblem bereits im 13. Jahrhundert das Monarchenhaus. Noch heute ist der Kaiser symbolisches Oberhaupt über die 128 Millionen Einwohner starke Industrienation, die wie keine Zweite Tradition und Moderne auf mysteriöse Weise zu vereinen weiß. Um Japan geht es jetzt im Wintergarten. Dort bildet der Feuerball das Zentrum des Bühnenbildes für die neue Show "Sayonara Tokyo".

Die neue Revue mit dem Untertitel "Geishas! Tamagotchis! Edelweiß!" ist die bislang größte Produktion des Hauses, das im Herbst sein 25. Jubiläum am Standort Potsdamer Straße feiert. Vor der roten Sonne hebt sich die Silhouette des Fuji, Japans höchster Berg, ab. Drum herum sind Tempel und japanische Tänzer und Tänzerinnen, Anime-Helden und Roboter, Drachen und in allen Farben der Popkunst leuchtende Schriftzeichen an die Wände – bis tief hinein in den Zuschauerraum – gemalt. An der Decke baumeln typisch japanische Lampions. Willkommen in der beeindruckenden Kitschhölle.

Inmitten dieser sitzt Stephan Prattes, der Schöpfer von "Sayonara Tokyo". Der österreichische Regisseur steckt gerade zwischen zwei Proben und isst – na klar – ein Wiener Schnitzel. "Wir machen eine Show über Klischees", sagt Prattes, der neben seiner Regietätigkeit auch als Bühnenbildner arbeitet, auch bei "Sayonara Tokyo". "Klischees machen Spaß, sie berühren und befremden zugleich", erklärt er. "Wir haben uns ...

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