Berliner Spaziergang: Klaus Kandt: "In Berlin wird zu schnell skandalisiert"

Polizeipräsident Klaus Kandt am Flughafen Tempeölhof

Welcher Polizeipräsident kann schon von sich behaupten, einen Bankräuber auf frischer Tat ertappt und festgenommen zu haben! Nicht in Uniform, sondern im Urlaub in Shorts und T-Shirt. Klaus Kandt, Berlins höchster Polizei­beamter, erzählt diese Geschichte gleich beim Start unseres Spaziergangs rund um Ernst Sagebiels ausgedientes mons­tröses Tempelhofer Flughafenensemble. Kandt hatte in seiner Nachbarschaft einen Knall gehört, dann gesehen, wie ein Mann Pistole und Gesichtsmaske in einen Beutel steckte und wegrannte. Der läuft mir nicht weg, sagte sich der gerade beim Berliner SEK (Sondereinsatzkommando) ausgeschiedene Kandt und nahm die Verfolgung auf. Die wilde Jagd endete mit einem "Armstreckhebel". "Einen Bankräuber auf frischer Tat zu ertappen, ist selbst für einen Polizisten wie ein Sechser im Lotto. Heute würde ich das allerdings nicht mehr machen. Viel zu gefährlich, weil die Täter viel brutaler geworden sind."

Die Befreiung der "Landshut"-Geiseln beeindruckte ihn tief

Klaus Kandt erzählt diese Geschichte nicht aus Wichtigtuerei. Die ist ihm fremd. Er erzählt sie in Erinnerung jugendlicher Begeisterung, unterbricht sie immer wieder durch herzhaftes Lachen. Dass der Polizeiberuf für ihn Berufung ist, lässt er spüren, kaum dass wir seinen Dienstsitz im Gebäudeflügel rechts neben der einstigen Zufahrt zum Zen­tralflughafen verlassen haben. Ein dramatisches Ereignis, das auch mit der Fliegerei zu tun hatte, hat ihn als Schüler tief beeindruckt und die Berufswahl beeinflusst...

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