Berliner Spaziergang: Arne Dahl ist der Mann fürs Böse

Der schwedische Krimi-Autor Arne Dahl im Regierungsviertel

Man hat ja ein schlechtes Gewissen, ausgerechnet einen Schriftsteller in einer ihm fremden Sprache zu interviewen. Zwar kann Arne Dahl ziemlich perfekt Deutsch, aber er spreche es viel zu selten, sagt er, als wir uns an einem sonnigen Herbstmorgen in Mitte treffen. Erst am Abend zuvor ist der schwedische Bestsellerautor aus Stockholm wieder nach Berlin gekommen, wo er seit vielen Jahren eine Zweitwohnung hat. Momentan wohne darin allerdings seine Tochter, sagt er. Und dass er eigentlich ungefähr eine Woche braucht, um wieder ins Deutsche zu finden.

So lange können wir nicht warten, aber wie sagt man das jetzt höflich? Gewissenhaft übersetzt Dahl ein Wort nach dem anderen. Erste Frage: Wie viel Zeit haben Sie für uns? Zweite Frage: Wird es reichen für gute Bilder, sowohl fotografische als auch im übertragenen Sinne? "Es ist ganz viel Zeit", sagt er. "Mein Zug fährt um ... zwölf Uhr fünfundvierzig." Lächelt, als er unsere Erleichterung sieht. Perfekt.

Man hat auch ein schlechtes Gewissen, voreingenommen in ein Interview zu gehen. Natürlich soll man das Werk eines Schriftstellers kennen. Aber ist es ratsam zuzugeben, dass man dessen Krimis seit Jahren förmlich verschlingt? Dass die wichtigste Frage deswegen auf dem Reporterzettel ganz oben steht: Wann kommt Ihr nächstes Buch?

Der Fotograf wiederum, Reto Klar, er hat dem Autor einmal eine Axt in den Schädel gehauen. All die Grausamkeit, Folter, Schmerz, die Dahls Krimi-Figuren erleiden, sie sollten in einem einzigen Bild fühlbar sei...

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