Berliner Senat will mit Zehn-Punkte-Plan Fahrverbote für Diesel verhindern

Ein umfangreiche Förderung der Elektromobilität soll in der Hauptstadt Fahrverbote für Dieselfahrzeuge verhindern helfen. Der Berliner Senat beschloss am Donnerstag ein Maßnahmenpaket mit zehn Punkten, um die Luftbelastung zeitnah zu reduzieren

Eine umfangreiche Förderung der Elektromobilität soll in der Hauptstadt Fahrverbote für Dieselfahrzeuge verhindern helfen: Der Berliner Senat beschloss am Donnerstag ein Maßnahmenpaket mit zehn Punkten, um die Luftbelastung mit Stickstoffdioxid zeitnah zu reduzieren. Das Programm ist das Ergebnis eines Runden Tisches von Senat und Bezirken mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und landeseigenen Unternehmen.

Bis zum Juni können Taxiunternehmen zusätzlich zu bestehenden Förderprogrammen 2500 Euro vom Land Berlin beantragen, wenn sie ein altes Dieselfahrzeug der Schadstoffklassen eins bis vier durch ein Taxi mit Hybridantrieb ersetzen. Hierfür stehen bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung. Ab 1. Juli soll dann ein Förderprogramm zur Elektrifizierung von Unternehmensflotten starten, neben Taxis etwa Handwerksbetriebe, Pflegedienste und Lieferfirmen.

Tatsächlich muss der Bund einer Kumulation von Fördermitteln aus Bund und Ländern noch zustimmen. Derzeit fördert die Bundesregierung die Anschaffung von Hybridautos mit 3000 Euro und vollelektrische Pkw mit 4000 Euro.

Auch die landeseigene Fahrzeugflotte will der Senat schnell elektrifizieren, dies gilt auch für die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Noch im laufenden Jahr sollen 30 Elektrobusse angeschafft werden. Auch die derzeit 3000 Carsharing-Autos in Berlin sollen schneller elektrifiziert werden und bis dahin Dieselmotoren zumindest durch andere Verbennungsmotoren ersetzt werden.

Zudem ist ein deutlicher Ausbau der Ladeinfrastruktur geplant. Zu den vorhandenen 600 Ladepunkten sollen bis Ende 2019 mindestens 1000 Ladepunkte hinzukommen. Ferner fördert das Land die Umrüstung von Nutzfahrzeugen öffentlicher Unternehmen auf moderne Stickoxidkatalysatoren.

Außerdem soll der Verkehrsfluss an besonders belasteten Orten erleichtert werden. Zudem wird eine Minderung von Emissionen untersucht, wenn die Höchstgeschwindigkeit viel befahrener Straßen von 50 auf 30 Stundenkilometern sinkt. Berlin möchte auch den öffentlichen Nahverkehr attraktiver gestalten, etwa durch spürbare Preissenkungen. Der Monatspreis für das sogenannte Jobticket im Innenstadtbereich AB soll von derzeit 60 schrittweise auf 50 Euro monatlich sinken.