Berliner Perlen: Akkordeon Centrum: Von wegen Schifferklavier

Akkordeon Centrum Brusch / Sergej Makarenko / Perle

Überwältigend und berlinweit einzigartig ist das Angebot an Instrumenten im "Akkordeon Centrum Brusch". Bis unter die hohen Altbaudecken stehen die funkelnden Tasten- und Knopfakkordeons in den Regalen. Dunkelrot oder rabenschwarz schimmern die Umrahmungen links und rechts des Blasebalgs, perlmuttfarben die Bassknöpfe links und schwarz-weiß die Melodietasten rechts.

Beim Besuch erfüllen fremde Töne isländischer Volkslieder den hellen Verkaufsraum. Eine Kundin aus Reykjavik spielt mit geschlossenen Augen, versunken dem Klang eines Mahagoni-Akkordeons der Marke Schober lauschend. "Fantastic", beurteilt die 50-Jährige den Klang, "a warm sound", meint Geschäftsführer Sergej Makarenko. Dann erklärt sie, sie habe schon in Paris und London Akkordeongeschäfte besucht, aber keines besitze eine so große Auswahl.

"Normalerweise kostet das Instrument über 11.000 Euro"

Die nächsten eineinhalb Stunden probiert sie drei weitere Akkordeons aus, spielt isländische Walzer, Weisen, lässt die Tragegurte der rund zehn Kilogramm schweren Instrumente von Makarenko justieren, genießt zwei Tassen Kaffee und erzählt von ihrer Liebe zum Akkordeonspiel. Ihr Mann hat ihr eines zum 40. Geburtstag geschenkt. Seither ist sie dem Klang der Handzuginstrumente verfallen.

Was das Mahagoni-Akkordeon kostet? 8500 Euro. Die klein gewachsene Frau bleibt unbeeindruckt. "Ein Sonderpreis, normalerweise kostet das Instrument über 11.000 Euro", erklärt Makarenko auf Englisch mit slawischem Akzent. Der 38-Jährige stammt aus ...

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