Berliner Islamverbände wollen nicht mit Humboldt-Universität kooperieren

Susanne Klaiber
  • Vier Berliner Islamverbände wollen das Kooperationspapier für ein neues Islaminstitut an der Hu Berlin nicht unterschreiben
  • Warum der Fall für ganz Deutschland Bedeutung hat

Wenn eine Universität ein neues Institut aufmacht, ist das in der Regel nur für den Wissenschaftsbetrieb spannend. In Berlin ist das gerade vollkommen anders. 

Die Humboldt-Universität soll ein Institut für Islamische Theologie bekommen, mit sechs Professuren. Das Land Berlin will dafür bis 2022 insgesamt 13 Millionen Euro investieren.

Das ist deswegen so wichtig, weil dort islamische Religionslehrer und Imame ausgebildet werden sollen. Also jene Leute, die derzeit dringend gesucht werden in Deutschland. Menschen, die mit der deutschen Sprache und Kultur vertraut sind und den muslimischen Kindern und Erwachsenen ihre Religion nahebringen sollen, gelten als Schlüssel zu Integration.

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Der Plan an sich begründet also schon öffentliche Aufmerksamkeit. In den vergangenen Tagen ist noch ein weiterer Punkt dazugekommen:

Es gibt massiven Ärger. Weil vier von fünf Islamverbänden, die den Gründungsertrag unterzeichnen sollen, die Unterschrift bis zum Stichtag am 1. April verweigert haben.

Nur die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS) hat der Universität zufolge den Vertrag akzeptiert. Die Ditib, der Zentralrat der Muslime, die Islamische Föderation und die Islamischen Kulturzentren nicht.

Streit darüber, wer wieviel zu sagen hat 

Grund ist der Streit um den Beirat. Die Universität plant derzeit einen Beirat aus fünf muslimischen Hochschullehrern, berufen von der Universität, und den fünf Vertretern der Islamverbände. Sie sollen zum Beispiel mit Zweitdrittelmehrheit über Personalfragen entscheiden können. Damit könnten also weder Islamverbände noch Hochschullehrer so wichtige Entscheidungen allein treffen. 

Nach drei Jahren soll der Beirat nach Weiterlesen auf HuffPost