Berliner Immobilienprojekt rutscht in die Pleite


Schlechte Nachrichten für private Investoren, die sich über die Plattform Zinsland an einem Berliner Immobilienvorhaben beteiligt haben. Das Amtsgericht München hat am Mittwoch das Insolvenzverfahren über die Projektentwicklungsgesellschaft Conrem-Ingenieure GmbH beantragt, die zusammen mit einem anderen Projektentwickler in Berlin-Tempelhof zwei Mikroapartmenthäuser mit dem Namen „Luvebelle“ bauen wollte.

Das Geld der knapp 300 Investoren, die sich mit 1,25 Millionen Euro beteiligt haben, dürfte verloren sein. Nachrangige Gläubiger haben in einem Insolvenzfall in der Regel schlechte Karten, noch etwas zu bekommen. Die Nachrangdarlehen sollten mit rund sechs Prozent verzinst werden.

Bei der zweiten Gesellschaft handelt es sich um die Arplan Projektgesellschaft Alpha 1, für die auch im September bereits Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt wurde. Hier liegt noch keine Entscheidung des Gerichts vor.

„Wir haben in den letzten Wochen vergeblich versucht, auf den Projektentwickler und den vorläufigen Insolvenzverwalter Einfluss zu nehmen, um die Investitionen unserer Anleger zu retten“, sagte der Betreiber der Plattform Zinsland, Carl-Friedrich von Stechow, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. „Nach unserer Kenntnislage wäre es möglich gewesen, das Projekt zu retten“, gab sich von Stechow überzeugt. „Und ganz bestimmt wäre das möglich gewesen, hätte sich der Conrem-Ingenieure-Geschäftsführer Heinz Michael Groh früher an uns gewandt.“ Aber der Versuch, einen Investor ins Gespräch zu bringen, um das Projekt fertigzustellen, schlug fehl.



Bereits vor Baubeginn hatte Conrem-Ingenieure das Projekt an den Luxemburger Vermögensverwalter Aviarent Capital Management veräußert. Der vorläufige Insolvenzverwalter soll sich mittlerweile mit Aviarent über eine Übernahme des Projekts im Rohbau geeinigt haben.

Bereits seit Anfang des Jahres arbeitet Zinsland daran, neben Nachrangdarlehen auch andere Finanzprodukte, wie zum Beispiel Anleihen, anbieten zu können. Auch um mögliche Eventualitäten besser als bisher auszuschließen. „Wir werden jetzt vom grauen Kapitalmarkt, zu dem die Nachrangdarlehen gehören, in den weißen Kapitalmarkt wechseln“, kündigt von Stechow an. Auch zeichnet sich ab, dass „wir bei größeren Projekten künftig eher Anleihen vermitteln“.

Damit schlage man zwei Fliegen mit einer Klappe: „Wir werden attraktiver für Projektentwickler und können diese Produkte auch für die Investoren anders besichern als jetzt.“ Von Nachrangdarlehen werde man sich aber nicht komplett verabschieden, da diese für mittelständische Projektentwickler das richtige Werkzeug seien. Das Problem der angemessenen Besicherung bleibe jedoch.


Die seit September offenkundigen Probleme mit dem Immobilienprojekt in Berlin-Tempelhof haben nach Einschätzung von Stechows nicht dazu geführt, dass die Investoren Zinsland den Rücken gekehrt haben. „Die letzten Fundings konnten wir innerhalb von Stunden beenden“, heißt es.