Berliner Fintech N26 soll Markteintritt in der Türkei planen

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Die Türkei wäre das 26. Land, in dem N26 aktiv ist.
Die Türkei wäre das 26. Land, in dem N26 aktiv ist.

In Deutschland ist N26 ein Vorreiter der Fintech-Branche. Die Berliner haben vor neun Jahren als eines der ersten Startups ein Bankkonto rein für das Smartphone entwickelt und damit vor allem bei jungen Menschen punkten können. Inzwischen bietet das Unternehmen seine Banking-Dienste in 25 Ländern an. Wie Gründerszene nun aus Unternehmenskreisen erfahren hat, bereitet N26 den Start im türkischen Markt vor. Unklar ist jedoch, ob N26 allein oder mit einem türkischen Partner vor Ort aktiv werden will. Auf Nachfrage bestätigte N26 die Pläne nicht.

Die türkische Ausgabe vom Nachrichtenportal Bloomberg berichtet zudem, N26 sei bereits mit der Bankenregulierungs- und Aufsichtsbehörde (BDDK) der Türkei in Kontakt getreten. Dem Portal zufolge habe es mehrere Gespräche gegeben, N26 sei bestrebt, eine Lizenz in der Türkei zu beantragen.

Mehr Kreditkarten als Bankkonten in der Türkei

Besonders interessant für Neobanken wie N26 dürfte der türkische Markt sein, weil es dort im Vergleich zu anderen EU-Staaten deutlich mehr junge Menschen gibt. In der Altersgruppe von 18 bis 35 Jahre liegt der Schnitt um mehr als 15 Prozent höher als im EU-Mittel. Bei insgesamt 83 Millionen Einwohnern ergibt sich also ein deutliches Potenzial. Und: Die Türkei hat erheblich mehr Kreditkartenbesitzer als Kontoinhaber – insgesamt gibt es mehr als 200 Millionen ausgegebene Kreditkarten in dem Land, was das Interesse an einfachen Finanzprodukten verdeutlicht. Auch deshalb boomte die Fintech-Szene in der Türkei in den zurückliegenden Monaten. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten bei einem Viertel des Werts, also etwa 50 Millionen. Aktuell gibt es 61 Fintech-Unternehmen mit Sitz in der Türkei – Tendenz steigend.

Doch das Fintech-Geschäft in der Türkei bringt auch besondere Schwierigkeiten mit sich. Der Sektor ist sehr stark reguliert und ausländische Anbieter dürfen in dem Land generell keine Cloud-Services anbieten. Das heißt: Kundendaten dürfen nicht außerhalb der Türkei digital aufbewahrt werden. Die strengen lokalen Regulierungen sorgten dafür, das selbst das Fintech-Schwergewicht Paypal 2019 das Land wieder verlassen hat.

Obwohl die politische Lage in dem Land seit Jahren schwierig ist, floss in den letzten Monaten viel Geld in türkische Startups. Viele Startups sind mittlerweile so gut finanziert, dass sie zunehmend auch ins Ausland drängen. Vor allem Deutschland wird als Expansionsziel für türkische Gründer immer attraktiver – und auch umgekehrt scheint das so zu sein.

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